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nb leadvillev3 002Auf den ganz lagen Kanten braucht man einen bequemen Schuh. Der New Balance Leadville v3 hat seinen Namen nicht von ungefähr, sondern von einem dieser ganz langen Ultra-Trails, nämlich dem Leadville 100. Und genau dafür wurde er auch konzipiert. Ob er seinem Namen gerecht wird, wollte ich herausfinden. Meine Erfahrungen mit dem Schuh liest du hier. [M]

 

 

 

Was ich getestet habe

Der New Balance Leadville ist ein Trailschuh, der besonders für lange und für besonders lange Strecken ausgelegt ist. Wer etwas mehr über dieses besondere Rennen wissen möchte, kann hier weiterlesen. Die benutzten Technologien setzen auf Schutz des Fußes unter allen erdenklichen Klimabedingungen.

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Das Modell, welches ich zur Verfügung gestellt bekommen habe (MTLEADV3RBY), ist in Rot/Schwarz/Gelb gehalten. In Größe EUR 43 bringt es knapp 295g je Schuh auf die Waage.

Oberschuh

Hierzu zählt das weiche, aber atmungsaktive Obermaterial. Es ist bei normalem Trail-Gebrauch widerstandsfähig und langlebig (ich habe den Schuh seit Sommer 2016 im Einsatz). Die lederartigen Aufsätze schützen das Mesh und geben dem Schuh ein robustes Aussehen. Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, das dort Höhenlinien zu finden sind. Mir ist es nicht gelungen herauszufinden, ob diese einen realen Bezug haben, z.B. zu den Höhenlinien des epischen Leadville Ultramarathon, welcher für den Namen des Schuhs als Pate hergehalten hat.

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Die aufgesetzten Elemente sind mit sichtbaren Nähten aufgebracht worden, was den robusten Charakter ebenfalls unterstreicht. Die Nähte sind aber an der Innenseite des Oberschuhs nicht zu spüren und beeinträchtigen nicht beim Laufen.

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Die Zehenkappe ist, wie üblich bei Trailschuhen, nach oben und zur Seite gezogen. Sie schützt die Zehen, wenn man mit dem Fuß mal gegen einen Stein stößt oder einem ein Ast auf Fußhöhe in die Quere kommt.

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An der Ferse und am Schaft kommt ein Material in Optik eines groben Gewebes zum Einsatz.

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Die Polsterung am Schaft ist bequem, aber nicht zu dick. Dies hilft bei den langen Läufen. Zu dem ist der Schaft stabil genug, dass der ermüdete Schuh auf den langen Läufen leicht gestützt wird (keine Pronationsstütze!).

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Die Schnürung ist mit einem robusten Schuhband versehen, dass regelmäßige Verdickungen aufweist. Hiermit wird die Wahrscheinlichkeit reduziert, mit der das Schuhband sich lockert.

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Die Zunge wartet mit zwei Besonderheiten auf. Die Wichtigere ist die Vernähung der Zunge an der Seite über ¾ ihrer Länge. Hierdurch soll eindringendes Material davon abgehalten werden, wirklich in den Schuh zu gelangen.

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Die Schönere ist die etwa 3cm große silberfarbene Plakette, welche an die Medaille des Laufs angelehnt wurde. Die Medaille ist eine silberfarbene Gürtelschnalle.

Zwischensohle

Die Zwischensohle hat mir ein wenig zu denken gegeben. Ich bin zuvor nur zwei Modelle des FF980 (Trail/Hierro) von New Balance gelaufen. Hier war ich trotz der insgesamt dicken Sohle angenehm überrascht, wie flexibel diese ist und dass diese nur 4mm Sprengung mit sich brachten.

Dieses Konzept wurde beim Leadville nicht umgesetzt. Er ist zwar knapp 30g leichter als der FF980, kommt aber mit der RevLite Dämpfung, die insgesamt etwas straffer ist, als der FreshFoam. Zu dem ist die Sprengung um 4mm höher, also insgesamt 8mm. Ob man die 8mm bei einem Trailschuh wirklich braucht, wieß ich nicht. Ich laufe auch im Gelände lieber einen flachen Schuh. Da spielt auch die Distanz keine Rolle.

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Ob es jetzt an der RevLite Dämpfung liegt oder an anderen Elementen in der Zwischensohle mag ich nicht zu entscheiden, aber auch die Flexibilität leidet etwas bei diesem Schuh. Ein ausgwiesener Langstreckler muss nicht so flexibel sein, wie ein Minimus Trail, aber etwas mehr Biegsamkeit hatte ich mir schon erwartet.

Die reine Dämpfung des RevLite Schaums ist allerdings etwas straffer als z.B. beim Hierro, was mir wiederum gefällt. Gerade auf den langen Strecken ist eine gut abgestimmte Dämpfung wichtig. Das RevLite schluckt auch die größeren Steine auf dem Weg zuverlässig, so dass ich nicht zu viel vom Untergrund spüre.

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Das der Leadville bei New Balance neben dem Laufen auch in der Kategorie Wandern geführt wird, hat für mich absolut seine Berechtigung. Wer einen bequemen Wanderschuh mit einer guten Dämpfung sucht, findet hier einen bequemen und robusten Kandidaten.

Außensohle

Die Außensohle passt ins Gesamtbild des Schuhs, nicht nur farblich. Hier wurde auf ein grobes Profil gesetzt, dass nicht so grobe Stollen enthält, wie die Sohle eines reinrassigen Trailschuhs, aber grob genug, um matschigen Wegen und losen Steinen etwas entgegen setzen zu können. Das verwendete Gummi stammt von Vibram und bedeutet nach meiner Erfahrung viele Kilometer Spaß.

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Ein solches Profil ermöglicht ein annehmbares Laufen auf Asphalt, wenn auch nicht so rund, wie mit einem normalen Trainingsschuh. Auf der anderen Seite kann es dem Pfad abseits der Straße einiges entgegenhalten (siehe Praxistest).

Praxistest

Erster Eindruck

Zwei Dinge sind mir sofort aufgefallen. Der Leadville hat einen eher engen Sitz, dabei ist er aber sehr bequem. Zweitens hat er ein recht hohes Gewicht und dazu eine recht steife Sohle (siehe Zwischensohle). Ich weiß, ich sollte da nicht so empfindlich sein. Aber hohe Flexibilität der Sohle ist mir sehr wichtig, da sie für meinen Laufstil wichtig ist. Wenn ich mal groß bin, werde ich eine solche Sohle auf einem Ultralauf möglicher Weise zu schätzen wissen. Aktuell möchte ich aber lieber gut mit dem Fuß abrollen können. Aber hey: ich klage hier auf sehr hohem Niveau!

Meine Eindrücke und etwas mehr gibt es auch hier in diesem Video!

New Balance Leadville v3 - runHerne - Review von Matthias (runHerne) auf Vimeo.

 

Tragegefühl / Komfort

Beim Anziehen lässt sich der Schuh mit der Schnürung sehr gut an den Fuß binden. Die angesprochene Besonderheit des Schuhbandes (regelmäßige Verdickungen) sorgt zuverlässig dafür, dass der Schuh auch auf langen Strecken nicht locker lässt. Die Zunge ist weich und sorgt zusammen mit dem weichen Obermaterial für ein komfortables Tragegefühl. An den etwas engeren Sitz gewöhnt man sich allerdings sehr schnell, da der Oberschuh keine störenden Nähte oder Kanten aufweist.

Ich habe dem Schuh zunächst meine heimischen Offroad-Strecken zugemutet. Für mich bedeutet das im Ruhrgebeat, erstmal etwa 2km Straße und dann auf eine nicht asphaltierte Strecke. Da findet man dann fein geschotterte Parkwege und Waldwege mit mehr oder weniger losem Untergrund. Bei solchen Böden trifft man im Leadville einen zuverlässigen und komfortablen Laufpartner für die langen Kanten.

Im Frühjahr ging es dann in die Dolomiten. Wegen des Gefälle des Geländes konnte ich zwar keine normalen Läufe machen, aber wir sind dort nahezu jeden Tag gewandert. Bei vielen dieser Wanderungen hatte ich den Leadville am Fuß und muss sagen, dass er ein sehr gutes Bild als Wanderschuh abgibt. Der Komfort des Schuhs und der Halt, den man durch den eher engen Sitz erfährt, sind bei Trampelpfaden sehr hilfreich.

Am Schaft findet man eine komfortable Polsterung. Auch wenn der Leadville hier und da als Stability-Schuh durchgeht, finde ich nicht, dass er zu sehr unterstüzt. Im unwegsamen Gelände empfand ich den Halt des Schafts und des Schuhs insgesamt angebracht.

Ich weiß ja nicht, wie dein Schuhschrank bestückt ist, aber die üblichen Trainingsschuhe liegen bei mir unter der 280g Grenze. Daher liegt der Leadville mit seinen 295g sogar nur knapp über der oberen Grenze, was man dem Schuh nicht ansieht.

Dynamik / Dämpfung

Besonders bei den längeren Läufen merke ich das hohe Gewicht (> 350g) mancher Trailschuhe. Das kommt beim Leadville nicht zum Tragen, da er knapp unter den 300g je Schuh bleibt (Herren EURO 43). Der Leadville macht sich eher durch die etwas steife Sohle bemerkbar. Hier empfinde ich meine Füße spürbar angestrengter, wenn ich nach zwei Stunden von meinem Lauf zurückkehre. Bei den kürzeren Läufen macht sich das nicht so bemerkbar.

Die Dämpfung ist für den Zweck der Schuhe bestens eingestellt und wirkt nicht zu weich. Im Vorfußbereich wirkt dazu das N2 Dämpfungs-System, welches gutes Abrollverhalten verspricht. Eine Schicht REVlite sorgt für den besagten Komfort. Die Sohlenkonstruktion sorgt dafür, dass du abseits der Straße oder beim Urban Trail nicht zu viel vom Untergrund mitbekommst.

Grip

Der Grip der Sohle reicht für einen Waldweg oder Pfad durch eine Wiese absolut aus. Die Außensohle ist so etwas wie ein Allwetterreifen und damit ein guter Kompromiss zwischen dem Laufen auf befestigten und unbefestigten Wegen. Du kommst damit über die meisten Offroad-Strecken (im Gebirge oder bei viel Matsch ist hier natürlich irgendwann mal Schluss), aber du brauchst dir auch auf Asphalt nicht sofort Gedanken machen, ob die Leadville dafür eventuell zu grob sind. Dank der Vibram Außensohle kommt man auf beiden Untergründen gut klar.

Meine Meinung

Verglichen mit dem New Balance Hierro (oder auch FF980) ist der Leadville v3 rund 30g je Schuh leichter. Im direkten Vergleich ist die Dämpfung straffer und eher auf den Komfort für lange Läufe ausgelegt. Das merkt man auch beim Tragekomfort. Hier ist der Leadville dem Hierro voraus.

Selbst wenn man den Leadville nicht über die kompletten 100 Meilen laufen möchte, ist es meiner Meinung nach sinnig, diesen für die langen Offroad-Strecken einzusetzen.

Wer allerdings nach einem leichten und flexiblen Schuh sucht, ist in der herkömmlichen Trailschuhkategorie (mit wenigen Ausnahmen) sowieso falsch unterwegs.

Im New Balance Online Shop kann man den Leadville v3 für UVP 129€ bekommen.

 

Vielen Dank an New Balance Deutschland, dass ich den Leadville testen und vorstellen konnte.

 

 

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Profilfoto Ich bin Matthias und Autor & Gründer von runHerne. Seit 2010 habe ich das regelmäßige Laufen für mich wiederentdeckt. Auf runHerne berichte ich über Events und Produkte rund um die Themen Laufen, Fitness und Crossfit. Meine Laufrunden befinden sich mitten im Ruhrgebiet. Bei meinen Produkttests halte ich mich an den Blogger Relations Kodex.
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