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allout terra trail 10Den Merrell Allout Terra Trail einfach nur als Trailschuh zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht. Was die Designer sich hier ausgedacht haben, habe ich bei keinem mir bekannten Schuh gesehen und bei einem Trailschuh schon gar nicht. Wie er sich sonst so geschlagen hat, lest ihr hier. [M]

 

 

 

 

 

Was ich getestet habe

Der Designer Martin Dean (Creative Director) konstruierte den All Out Terra Trail um die vier Schlüsseleigenschaften: Sohlenhaftung (Traction/Grip), Dämpfung (Cushioning), Unterstützung (Support) und Schutz (Protection). Der Schuh soll den Laufenden die Gewissheit geben, dass sie in dem Schuh nicht nur gut laufen können, sondern dass der Schuh das Laufen und das Laufgefühl verbessert.

Merrell Allout Terra Trail - Review - by runHerne von Matthias (runHerne) auf Vimeo.

 

Mit gewogenen 300g ist der Schuh sicher nicht der leichteste von Merrell, dafür hat er aber auch einige Eigenschaften an Bord, die ihn für das Laufen abseits der Straße interessant machen.

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Grip

Für den Grip hat man sich, wie auch schon bei vielen anderen Merrell Modellen, mit dem Sohlenhersteller Vibram zusammengeschlossen. Eine zuverlässige und trotzdem leichte Sohle für schwierige Untergründe sollte geschaffen werden. Die Struktur der Außensohle könnte schon fast für einen Rasenfußballplatz reichen, aber genauso kann man damit durch schwierigen Waldboden oder über felsige Trails laufen.

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Dämpfung

Die Dämpfung wird durch die 2014 eingeführte All Out Zwischensohle erreicht. Diese wurde für den Terra Trail in zwei Zonen aufgeteilt. Eine Zone für den Fersenbereich und eine Zone für den Mittel- und Vorfußbereich. Die Dynamik und die Dämpfung sollten erhalten bleiben, aber zusätzlich wurde eine kleine Schutzplatte unter dem Vorfußbereich eingebracht. Diese soll dem Fuß zusätzlichen Schutz bieten, wenn man auf spitzen Untergründen aufsetzt.

Halt und Unterstützung

Die Unterstützung sollte nicht so weit gehen, wie bei einem gestützten Schuh. Vielmehr soll die erweiterte Fersenkappe dem Fuß in diesem Bereich mehr Halt geben. Ebenso soll das aktive Schnürsystem den Schuh besser an den Fuß binden und dafür sorgen, dass der Schuh am gesamten Fuß ideal passt.

Schutz

Der Schutz des Fußes ist laut Dean der Beste, den man bei einem Trailschuh finden kann. Die Zehen sind in einer großzügigen Box geschützt, das Material des Oberschuhs ist sehr robust mit aufgeklebten Elementen, welche die Nähte schützen und letztlich der sockenähnlichen Schaftkonstruktion, welche jegliches Material draußen halten soll.

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Inspiriert wurde der Designer von steiniger und eisbedeckter Landschaft, für welche der Schuh gedacht ist.

Praxistest

Erster Eindruck

Ein Schuh inklusive Socken! Das war der erste Eindruck, den ich vom Allout Terra Trail hatte. Es ist etwas ungewohnt, wird aber schnell zu einem angenehmen Gefühl. Mehr dazu gleich. Die Sohle fühlt sich nicht so an, wie ich erwartet hatte. Sie sieht auf den ersten Blick etwas steif aus. Wenn man den Schuh aber in den Händen biegt, merkt man warum sich Merrell zu Recht mit Vibram zusammen getan hat.

Der Allout Terra Trail lässt sich fast komplett zusammenrollen. Solche Flexibilität kenne ich derzeit nur von Merrell.

Oberschuh

Das Obermaterial ist nicht soft, sondern knitterig – mir ist jetzt kein anderes Wort eingefallen. Man kennt von den Meshgeweben, dass diese eher weich und flexibel sind. Beim Allout Terra Trail kommt nicht der übliche Mesh zum Einsatz, sondern ein sehr reißfester, aber atmungsaktiver Stoff. Dieser wird zwar auch als synthetisches Mesh bezeichnet, fühlt sich aber eher an, wie eine Folie. Womit wir wieder bei dem „knittrig“ sind. Solche Knittergeräusche macht das Material nämlich beim Laufen. Es stört nicht wirklich, aber man kann es hören.

Der Oberschuh fühlt sich sehr angenehm an, auch wenn die erhöhte Schaftkonstruktion zunächst ein ungewohntes Gefühl vermittelt. Nach den ersten Kilometern durch die Haard hat sich das aber ganz schnell wieder gegeben und ich hatte wieder das gewohnte Merrell-Laufgefühl.

Die Schnürung ist tadellos und die Länge der Schuhbänder perfekt. Man kann den Schuh sicher an den Fuß binden und individuellen Zug auf die Zehenbox und den Schafft erzeugen. In den Bildern siehst du allerdings ein anderes Schnürsystem, welches ich in einem anderen Review beschreibe.

An der Ferse ist noch eine Schlaufe als Anziehhilfe angebracht. Diese benutze ich fast immer, da man damit noch leichter in den Schuh reinschlüpfen kann.

Zur Zunge kann man bei diesem Schuh nichts sagen, da diese bedingt durch das Design nicht vorhanden ist. Vorteil ist, dass keine kleinen Steine neben der Zunge in den Schuh gelangen können.

Zwischensohle

Zur Zwischensohle fasse ich jetzt einmal die Einlage und die seitlichen Sohlenelemente zusammen sowie die Fersenkappe. Hieße bei meiner Farbstellung, dass ich damit alle dunkelblauen und grauen Teile meine, die seitlich und von vorne zu sehen sind.

An der Seite ist die Sohle soweit, wie an den meisten Trailschuhen hochgezogen. Der Bereich hinter der Schuhmitte wird von einem soliden Kuststoffmantel geschützt. Dieser ist allerdings nicht so steif, wie er aussieht. Er bietet dem Knöchel und der Ferse ausreichend Schutz gegen Stöße und Stöcke, ist aber bequem genug um nicht zu stören.

Die Zehenkappe ist extrem hochgezogen und stabil.

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In die Sohle ist ein Trail Protect Pad eingearbeitet, dass zusätzlich gegen spitze Gegenstände schützen soll. Ich habe von spitzen Steinen oder ähnlichem nichts gemerkt.

Dämpfung

Der Allout Terra Trail hat von meinen Merrell Schuhen absolut die dickste Dämpfung. Mit 16mm kommt man schon in einen ziemlich komfortablen Bereich. Auch wenn der Schuh immer noch sehr flexibel ist, verliert er eine wenig von dem Gefühl für den Untergrund. Auf langen Läufen und wenn ich auf dem Trail unterwegs bin, kann das ganz angenehm sein. Ich schätze an Merrells aber immer den minimalistischen Ansatz.

Ebenso hat der Schuh 6mm Sprengung, also Höhenunterschied zwischen Ferse und Ballen.

Grip

Hier kann ich mittlerweile auf die Erfahrung des Tough Mudder (2016) in Arnsberg zurückgreifen. Lassen wir mal den ganzen Kinderkram mit Asphalt, befestigten Park oder Waldwegen beiseite. 16km Schlamm, und ich meine wirklich Schlamm. In allen Variationen: mal etwas tiefer, mal auf einem festen Untergrund, mal wässrig und dann wieder so, dass er jeden normalen Schuh ausziehen würde. Ich bin bisher noch keinen Schuh gelaufen, bei dem ich weniger Kraft auf einer solchen Strecke verloren habe. Ganz selten kam es hier dazu, dass ich seitlich weggerutscht bin. Vielmehr war es so, dass ich an den Böschungen ein inneres Schmunzeln nicht unterdrücken konnte, wenn ich gesehen habe, wie die anderen Laufenden gegen das Abrutschen gekämpft haben, während ich problemlos dort hochgehen konnte. Nicht das wir uns falsch verstehen: man kann damit nicht an der Wand hochlaufen, wie ein Insekt, aber in fast allen Situationen schneidet der Terra Trail bezogen auf den Grip besser ab, als ein normaler Trailschuh. Ganz zu schweigen von Straßenschuhen.

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Komfort/Tragegefühl

Ich hatte zuerst Bedenken gegenüber der Außensohle, da diese mit kurzen Stollen versehen ist. Diese sind allerdings so angeordnet, dass man davon beim Laufen nichts merkt. An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, die Stollen unter meinem Fuß zu spüren.

Auch vom Oberschuh ist während des Laufs nicht zu spüren. An den Innensocken muss man sich kurz gewöhnen. Wenn man aber die Vorteile erlebt hat, kann man sehr gut damit leben.

Beim Tough Mudder konnte ich auch ausführlich testen, wie der Schuh mit nassen Füßen bzw. Socken funktioniert. Da nach etwa einem Kilometer der erste Bachlauf durchquert werden musste, hatte ich quasi ständig nasse Füße. Nach dem Lauf konnte ich allerdings keine Probleme mit aufgeweichten Füßen feststellen. Genauso hatte ich keine Blasen.

Dadurch, dass der Schuh so leicht und flexibel ist ergibt sich für mich ein insgesamt sehr angenehmes Laufgefühl.

Meine Meinung

Insgesamt ist der Allout Terra Trail ein flexibler und leichter Trailschuh, mit der besonderen Eigenschaft der Innensocke bis zum Knöchel und einem ziemlich coolen Grip. Wer nach einem solchen Schuh sucht, ist mit dem Modell von Merrell sehr gut bedient. Das Material und die Verarbeitung geben bisher keinen Grund zur Beanstandung.

Im Online Shop von Merrell steht der Allout Terra Trail zwar immer noch mit einer UVP von 140€, aber bei den bekannten Händlern kann man ihn auch schon deutlich günstiger bekommen.

 

Vielen Dank an Merrell Deutschland dafür, dass ich den Allout Terra Trail testen und vorstellen durfte.

 

Profilfoto Ich bin Matthias und Autor & Gründer von runHerne. Seit 2010 habe ich das regelmäßige Laufen für mich wiederentdeckt. Auf runHerne berichte ich über Events und Produkte rund um die Themen Laufen, Fitness und Crossfit. Meine Laufrunden befinden sich mitten im Ruhrgebiet. Bei meinen Produkttests halte ich mich an den Blogger Relations Kodex.
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