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6b32043011df5f64cf0c0dac75cf638d.jpgZur Kollektion der Laufschuhe von Salming gehört auch ein echter Offroader: der Trail T1. Er ist als letztes Modell zur Running Kollektion gestoßen. Das Modell folgt dem gleichen Konzept wie die Straßenschuhe. Ich wollte natürlich wissen, wie gut er sich jenseits der Straße schlägt. Meine Erfahrungen über die letzten Monate habe ich in diesem Artikel festgehalten. [B]

 

 

 

 

Was ich getestet habe

Das Herrenmodell des Salming T1 macht auf den ersten Blick einen leichten und dynamischen Eindruck. Mit einem Gewicht von gewogenen 290g (EUR 43) ist er durchschnittlich 30-50g leichter als vergleichbare Modelle. Hat man bei den Trailschuhen teilweise grobe Klötze vor Augen, so erinnert der T1 eher an einen Straßenschuh mit angepasstem Profil. Bei genauer Betrachtung fallen aber die Details auf.

 

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Der Oberschuh besteht aus einer 2-Schichten-Konstruktion. Die untere Schicht bietet hierbei das blaue atmungsaktive Meshgewebe, welches zwar robust ist, aber fein genug, um groben Schmutz und kleine Steine draußen zu halten. An der Stelle, wo der Nagel des großen Zehs sitzen sollte, ist auf der Zehenbox ein reflektierendes Element aufgebracht, um den Einsatz in der schlechten Jahreszeit sinnvoll zu machen.

 

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Die Exo Skeleton genannten schwarzen Streifen, welche auf das Meshgewebe aufgebracht wurden, sollen Halt bieten bei Seitwärtsbewegungen. Zusätzlich sind sie mit reflektierenden Streifen versehen. An den Seiten ist auch der typische Salming-Schriftzug zu finden.

 

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Zusätzlichen Halt bietet das RocShield, eine spezielle Kunststoffkante, welche etwa die halbe Fußhöhe hat und von den Zehenspitzen bis zur Ferse durchgezogen ist. Diese Verstärkung soll den Fuß vor spitzen Steinen und Zweigen schützen. Zusätzlich soll die Haltbarkeit des Oberschuhs verbessert werden, da er vor Rissen und Löchern in diesem besonders anfälligen Bereich geschützt ist. Die Fersenkappe ist in den RocShield integriert und bietet an der Ferse zusätzlichen Halt, wenn es einen Anstieg rauf geht. Das RocShield ist aus reißfestem aber flexiblem Material, so dass es beim Laufen nicht unangenehm auffallen sollte. An der Ferse ist nochmal ein roter Streifen aus Kunstleder aufgebracht, auf dem unverkennbar der Name des Schuhs zu finden ist.

 

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Die Schnürung ist mit robusten Schnürsenkeln versehen und die Schlaufen, durch welche sie geführt sind, ziehen direkt an dem Exo Skeleton. Hierdurch kann man die Bindung des Schuhs an den Fuß individuell einstellen. Ich hätte hier zwar gerne eine asymmetrische Schnürung gesehen, welche in meine Augen den Komfort noch weiter steigern würde, aber grundsätzlich funktioniert die Schnürung sehr gut. Die Zunge ist mitteldick und bequem. An den Seiten ist die Zunge nicht an den Oberschuh genäht, lässt sich aber durch eine Lasche mit der Schnürung recht gut fixieren. Am oberen Ende der Zunge findet sich die Salming-typische kleine schedische Flagge.

 

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Kommen wir jetzt zur Sohle. Mit den für Salming typischen 5mm Sprengung (Höhenunterschied von der Ferse zu den Zehen) bietet der T1 einen tiefen Stand er Ferse im Schuh. Andere Marken bieten hier oft das doppelt an Sprengung. Nach meiner Erfahrung ist das aber nicht notwendig und teilweise sogar überhaupt nicht sinnvoll. Von der Seite betrachtet ist die Sohle zur Spitze hin leicht hochgezogen, was das Abrollen unterstützt. Die Zwischensohle ist zwar gedämpft, aber nur mittelstark. Also nicht zu weich, aber auch nicht bretthart. Das Sohlendesign TGS 62/75° kommt, wie in allen anderen Modellen auch, zum Einsatz. 62% der Sohle, von der Ferse aus gesehen, sind mit besonderer Stabilität versehen. Damit endet dieser Bereich an der von Salming so genannten Ballet Linie. Diese bildet zur Laufrichtung einen 75° Winkel. An dieser Linie beginnt der Bereich der Sohle, den die Designer des T1 mit mehr Felxibilität versehen haben, damit natürlichere Bewegungen des Fußes möglich sind.

Die Außensohle ist an den Rändern mit kleinen Rampen versehen, welche mit der höchsten Stelle nach hinten gerichtet sind (siehe Foto). Damit soll der Grip verbessert werden. In den Innebereichen der Sohle sind runde Erhebungen zu finden. Das Gummi der Außensohle soll sehr haltbar sein.

In der Praxis

Wenn man den T1 das erste Mal anzieht, hat man nicht das Gefühl einen Trailschuh zu tragen. Dafür fühlt er sich zu minimal an. Meine ersten Läufe machte ich auf meiner Heimat-Trail-Teststrecke. Auf dem wechselnden Material (Parkwege, Waldwege, Aspahlt, Gehwege, Wiesen) machte der Schuh jeweils einen guten Eindruck. Im Frühjahr wurde es im Ruhrgebeat zwar teilweise recht kalt, dennoch hatten wir keinen echten Schnee. So konnte ich den Schuh nicht unter diesen Bedingungen testen.

Je öfter ich mit dem Schuh lief, desto mehr verstärkte sich das angenehme und unauffällige Laufgefühl. Die Dämpfung ist nicht zu hart, um damit auf Asphalt zu laufen und im Gelände hatte ich nicht das Gefühl, dass sie schwammig wäre.

So wie beim Salming Distance oder Speed, gefällt mir die geringe Sprengung von 5mm sehr gut. Das ist noch so gerade an der Grenze, dass ein natürlicher Laufstil erhalten bleibt. Auf langen Läufen kann das helfen.

Neben den OffRoad Strecken im Ruhrgebeat, konnte ich den T1 in den Alpen ausgiebig testen. Der Schuh begleitete mich in den Urlaub nach Österreich und durfte bei einem Downhill und einem Landschaftslauf zeigen, was er kann.

Der Downhill führte über flache sowie steile Passagen bergab. Als Untergrand traf ich auf Wege mit kleinen und größeren losen Steinen, verwurzeltem Singletrail, Wiese, Aspahlt und MTB Downhill Passagen. Das Ganze garniert mit 900Hm verteilt auf knapp 8km. Zu jedem Zeitpunkt hatte ich ein sicheres Gefühl im Schuh, obwohl ich ihn nicht extra fest geschürt hatte. An einer Stelle musste ich eine Abkürzung nehmen und kurzer Hand über eine steile Wiese laufen. Ich hatte aber nicht sehen können, dass diese mit kleinen Rinnsalen durchzogen war. Hier wurde der Boden weichen und die Wiese durch das Wasser rutschig. Ich merkte das auch erst gar nicht, da der Schuh einen sehr guten Halt und Grip bot. Ich lief bestimmt nicht langsam, aber es verlief super.

 

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Auf dem verwurzelten Singletrail trat ich absichtlich auf Wurzeln, um den Halt dort zu testen. Kein Rutschen. Auf dem Asphaltabschnitt lief ich entspannt und problemlos. Die MTB Downhillpassage machte besonders Spaß. Knackige Spitzkehren und kleine Absätze bot für mich eine Art Spielplatz, wo ich mich austoben konnte. Egal, was ich dem T1 abverlangte, alles kein Problem.

Wenn man bei einem solchen Lauf einen schlecht sitzenden Schuh hat, läuft man sich schnell aufgescheuerte Stellen oder sogar Blasen. Fehlanzeige hier. Ebenso bot der Schuh dem Fuß genügend Halt, wenn ich auf unebenem Untergrund lief und zeigte keine Tendenz zum Umknicken (subjektiver Vergleich!).

Der zweite große Test fand bei einem Crew-Lauf in Sprockhövel statt. Eine sehr traillastige Strecke nach einer nahezu durchregneten Nacht. Und es regnete immer noch, als wir losliefen. Zum Glück war es nicht kalt. Der Lauf verlief über befestigte Wege, sowie über wirklich sehr matschige Passagen durch den Wald. Ich schonte den T1 nicht und er reagierte mit einem sicheren und entspannten Lauf. Zwar waren die Füße durch den Regen und die vielen Pfützen nass, aber es sammelte sich kaum Wasser im Schuh. Das Wasser lief fast vollständig wieder aus dem Schuh heraus. Der Salming T1 wurde allerdings so nass, dass er zwei Tage im Heizungskeller brauchte, um wieder trocken zu werden.

salming trail t1 002Bei den anderen Läufen musste der Schuh im CityTrail zeigen, ob er auch mit Treppen und Asphalt klar kommt. Die Sohle macht einen komfortablen Lauf möglich, ohne dabei schwer oder schwerfällig zu wirken. Diese Leichtigkeit ist etwas, was mir besonders an dem Schuh gefällt. Ich habe nur wenige Trailschuhe, welche ähnlich leicht und flexibel sind. Ausreichend Steifigkeit und Grip, um an Bordsteinkanten oder Treppenstufen ein sicheres Gefühl zu vermitteln. Dabei habe ich aber nie das Gefühl eingeschnürt zu sein.

Der Schuh hat insgesamt keinerlei Druck- oder Scheuerstellen hinterlassen. Ich laufe aus Gewohnheit meine Schuhe immer mit Socken.

Meine Meinung

Wer, so wie ich, einen natürlichen Laufstil bevorzugt, ist mit dem Salming Trail T1 bestens bedient. Der sorgfältig reduzierte Aufbau und die Flexibilität des Schuhs machen ihn für mich zu einem idealen Begleiter für OffRoad Strecken. Der robuste Aufbau bietet guten Schutz gegen die meisten Gegenstände, die einem beim Laufen jenseits des Asphalt begegnen können. Der Grip ist sowohl im klassischen Trail, als auch bei urbanen Läufen klasse. Das Design mit den kräftigen Farben ist in meinen Augen sehr ansprechend und spiegelt die Dynamik des Schuhs wieder. No Nonsense at its best.

Im Online Shop auf Salming Running ist der Trail T1 für 140 EURO zu bekommen. Ein Preisniveau, das sich mittlerweile für vergleichbare Schuhe bei vielen Herstellern wiederfinden lässt.

 

 

Ich bedanke mich bei Salming Deutschland dafür, den Trail T1 testen und vorstellen zu dürfen.

 

profil 20160400 600px Ich bin Matthias und Autor & Gründer von runHerne. Seit 2010 habe ich das regelmäßige Laufen für mich wiederentdeckt. Auf runHerne berichte ich über Events und Produkte rund um die Themen Laufen, Fitness und Crossfit. Meine Laufrunden befinden sich mitten im Ruhrgebiet. Bei meinen Produkttests halte ich mich an den Blogger Relations Kodex.
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Kommentare   

0 # Sebastian 2015-08-01 19:32
Wieder ein klasse Bericht von Dir zu einem interessanten Schuh. Optisch erinnert der Schuh mich sehr stark an den Distance und ich war verwundert, als Du den Schuh beim Lauf in Hagen getragen hast. Wie hoch geht denn bei dem Schuh die Fersenkappe?

Grüße
Sebastian
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