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tomtom touch 01Jetzt habe ich es doch getan. Der TomTom Touch + Body Composition sollte mir zeigen, ob und in wie weit er ein Ersatz für eine Sportuhr sein kann. Da die Grenzen immer mehr verwischen, wollte ich einen solchen Tracker auf die Probe stellen. Was geht und was nicht, lest ihr hier. [B]

 

 

 

 

 

Was ich getestet habe

Der Touch Fitnesstracker von TomTom scheint auf den ersten Blick eine Spark/Runner Cardio ohne großem Display und GPS zu sein. Herzfrequenz(HR)-Messung am Handgelenk, 24/7 Activitytracker und Sportmodus lesen sich wie ein guter Ansatz. Das schmale Armband bekommt man in zwei Längen. Mit dem längeren Armband kam ich sehr gut zurecht. Ein Sensor unterhalb des Displays wird dafür genutzt, das Display des Touch zu aktivieren. Ein zweiter Sensor auf der Rückseite, also auf der Haut, wird genutzt, um die Körperzusammensetzung zu messen. Damit ist er der erste Tracker am Handgelenk, der dieses Feature anbietet.

TomTom Sports App (c) TomTom

 (1) Verschluss (2) Touch Display (3) Status/Symbol (4) Uhrzeit/Wert (5) Front-Sensor

Per Bluetooth bleibt der Tracker in Verbindung mit meinem Smartphone und nach der Synchronisation sehe ich die Daten, welche der Tracker für mich festgehalten hat (Schritte, verbrauchte Kalorien, Distanz, aktive Zeit und Schlaf) sowohl in der Sports App, als auch auf der Webseite TomTom Sports.

Erster Kontakt

Das Armband (hier in Himmelblau) ist flexibel und aus einem angenehm weichen Material. Der Verschluss ist etwas gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss ich sagen, dass der Verschluss ohne zusätzlichen Riemen auskommt, was schon gut durchdacht ist. Am Anfang ist das Verschließen mit den beiden Metallknöpfen ein wenig Friemelei. Mit etwas gutem Willen und dem korrekten Druck klappt das dann aber immer besser. Das Display und der Sensor auf der Oberseite fühlen sich gut an und haben keine störenden Kanten.

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Das Display, und damit auch die komplette Elektronik, kannst du – TomTom typisch - mit dem Daumen aus dem Armband lösen. Damit wird auch der Mini-USB-Anschluss freigegeben, mit dem der Akku geladen wird. Mit dem mitgelieferten Kabel kannst du den Touch am PC oder jedem Handyladegerät aufladen.

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Wenn du den Touch an den PC anschließt, kannst du ihn auch ohne Smartphone App mit der Webseite synchronisieren. Um das ein wenig zu entwirren: sowohl die Smartphone App, als auch die Webseite greifen auf die gleiche Datenbank zu. Es ist also egal, ob du die Daten nur mit der App, nur mit dem PC oder mit beiden Schnittstellen synchronisierst: du siehst immer alle Daten! Allerdings muss dein Smartphone eine Verbindung zum Internet haben. Auf deinem PC muss du einmalig die Synchronisationssoftware installieren, die neben der Bedienoberfläche, alle notwendigen Treiber für die Nutzng am PC mitbringt.

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Zusätzlich kannst du ein anderes Armband benutzen, wenn dir die Farbe nicht zusagt oder dieses irgendwann mal verschleißen sollte.

Das Touch-Display reagiert zuverlässig und scrollt zwischen den verschiedenen Informationen hin und zurück. Der Sensor unterhalb des Displays dient zur Aktivierung des Displays, wenn dieses im Stand-by-Modus ist. Danach nutzt man zur Navigation nur noch das Touchdisplay.

TomTom Touch Displaytest von Matthias (runHerne) auf Vimeo.

Praxistest

Ich habe den Praxistest in zwei Felder unterteilt. Ich möchte das reine Activity tracking vom Sportmodus lösen, da mich im Sportmodus einige Punkte besonders interessieren.

Aktivity tracking

TomTom kann auf die bereits große Erfahrung mit der Herzfrequenzmessung am Handgelenk zurückgreifen. Zusammen mit Mio (verantwortlich für die erste Generation der HF-Sensoren) war man das erste Unternehmen auf dem Markt, welches die HF-Messung am Handgelenk anbot. Die Sensoren werden mittlerweile von der Firma LifeQ hergestellt, funktionieren aber genauso zuverlässig.

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Basierend auf der Herzfrequenz und dem Bewegungssensor wird deine Aktivität über den Tag gemessen. Mit dem persönlichen Profil, welches in der App hinterlegt wurde, wird es ausgewertet. Hieraus ergeben sich dann Werte wie die zurückgelegten Schritte und die Distanz, ebenso wie die verbrauchten Kilokalorien.

Da man die Schrittlänge nicht kalibrieren kann, ergibt sich für die Distanz ein Näherungswert (was TomTom im Benutzerhandbuch auch ausdrücklich schreibt). Dieser kann, abhängig von der Schrittlänge, gut zur tatsächlichen Distanz passen oder auch nicht. Um jetzt nicht jeden Schritt zu registrieren und den Fehler gering zu halten, werden die Schritte erst gezählt, wenn der Touch für einer Dauer von 10sec eine Bewegung feststellt.

Die verbrauchten Kilokalorien sind ebenfalls als Wert zur Orientierung zu verstehen. Ich denke, dass dieses Thema zu komplex ist, als dass man den Kilokalorienverbrauch jedes Aktiven mit einer einzigen Formel erfassen kann. Auch, wenn der Touch z.B. die Kilokalorien berücksichtigt, die dein Körper benötigt, um zu überleben (Basal Metabolic Rate BMR). Wie die Kilokalorien berechnet werden, wird im Benutzerhandbuch im Kapitel Sportmodus angerissen.

TomTom Touch (c) TomTom

Aussagekräftiger sieht da schon die gemessene aktive Zeit aus. Diese wird im wesentlichen mit dem Bewegungssensor gemessen. Hier kann man sehen, über welche Zeit man sich am aktuellen Tag bereits bewegt hat. Auch hier wartet der Touch erst 10sec, bevor er eine Bewegung als solche aufzeichnet.

Alle Tageswerte werden um Mitternacht zurückgesetzt.

Wenn man sich in der TomTom Sports App oder auf der Webseite ein Ziel setzt, verfolgt der Touch über den Tag, wie viel man schon erreicht hat. Im Display ist in der entsprechenden Anzeige, z.B. Schritte pro Tag, ein Ring um das Symbol sichtbar, der dir anzeigt, wie viel du von deinem Ziel schon erreicht hast. Bei mir sieht man hier nur Punkte, dass deutet daraufhin, dass der Touch an diesem Tag noch keine Schritte registriert hat. Das unterstützt dich beim Erreichen deiner Ziele.

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Sportmodus

Vor dem Sport

Du solltest dem TomTom Touch etwa 1-2 Stunden Ladezeit gönnen, um ihn komplett zu laden. Danach hält er zwischen 3 und 7 Tage, je nachdem, wie intensiv man den Touch nutzt (Überwachung der Tagesherzfrequenz, Sportmodus, Schlafmessung). Angelegt wird der Touch genau so, wie jedes andere TomTom Cardio Modell, d.h. knapp oberhalb des Handgelenkknochens. So eng, dass es gerade noch bequem ist. Und dann kann es auch schon losgehen.

Beim Sport

Hier wird es jetzt für mich persönlich erst so richtig interessant. Ich wollte wissen, ob du dir eine Laufuhr mit GPS sparen kannst, wenn du den Touch einsetzt. Es handelt sich hier also um eine laufspezifische Betrachtung.

TomTom Touch (c) TomTom

Über das Touch-Display wählt man den Sportmodus und startet diesen mit dem Front-Sensor. Danach wird die Aktivität erfasst und die Herzfrequenz in regelmäßigem Abstand aufgezeichnet, ebenso wie die Schritte. Hierdurch kann der Touch zum Laufen oder zum Training im Gym benutzt werden. Aber meine zentrale Frage war ja, ob man durch den Touch eine GPS Uhr ersetzen kann?

Vorab die kurze Antwort: nein. Das wäre schön, ist aber absolut nicht der vorgesehene Einsatzzweck des Trackers. Da muss man einfach ehrlich sein.

Jetzt ausführlich. Mich hat interessiert, ob man die HR-Messfunktion mit dem Smartphone koppeln kann, um den Touch als externen HR-Sensor zu benutzen. Dabei könnte das Smartphone das GPS-Signal bringen. Das klappt ebenso wenig, wie die Schrittlänge zu kalibrieren. Das wäre z.B. rechnerisch möglich, wenn man, so wie ich, auch eine TomTom GPS-Uhr besitzt. Hier wird ebenfalls die Anzahl der Schritte pro Minute (SPM) erfasst. Diese könnte man jetzt im Durchschnitt mit der zurückgelegten Strecke abgleichen und hätte einen besseren Nährungswert. Oder den Klassiker, bei dem man eine bekannte Strecke (z.B. auf der Laufbahn) läuft. Den korrigierten Wert könnte man mit dem Touch synchronisieren. Ich denke, das könnte man ohne weiteres in die App oder die Webseite einbauen. Vielleicht in einer zukünftigen Version.

Was bleibt also? Noch eine ganze Menge. Genauer gesagt, jede Aktivität zu der ich nicht zwangsläufig die Strecke per GPS aufzeichnen muss. Also der komplette Fitness-Sektor, wie es ja auch schon die Kategorie des Touch sagt: Fitness Tracker. Ob auf der heimischen Yoga-Matte, im Sportstudio, oder wenn du einfach nur deinen Puls während des Laufens im Blick haben möchtest. Daraus ergeben sich immer noch genug Möglichkeiten, den Sportmodus einzusetzen.

Nach dem Sport

Einige Daten sieht man bereits nach der sportlichen Aktivität auf dem Display. So werden die Dauer, die Anzahl der Schritte inkl. die daraus abgeleitete Distanz und die verbrauchten Kilokalorien angezeigt. Aber erst nach der Synchronisation mit der Smartphone App bekommst du den richtigen Überblick über deine Aktivitäten. Auf Basis unterschiedlicher Zeiträume (Tag, Woche, Monat, Jahr) kannst du dir den Verlauf der aufgezeichneten Daten anzeigen lassen. Die App und die Webseite sagen dir, welche deine letzten Aktivitäten waren, welche Bestleistungen du erreicht hast und wie weit du mit deinen Tageszielen bist. Alles an einem Ort.

TomTom Sports App (c) TomTom

Da die Webseite und die App mittlerweile so umfangreich geworden sind, werde ich diesen einen eigenen Review widmen. Man kann hier deutlich mehr sehen, als aus diesem Screenshot ersichtlich ist, das würde den Rahmen dieses Reviews aber sprengen. Daher verlinke ich den fertigen Review zur App später hier...

Sonderfunktionen

Der Schlaftracker beginnt ab 16:00 Uhr damit zu ermitteln, ob du schläfst. Hierzu muss du den Touch natürlich während des Schlafens tragen. Daran gewöhnt man sich, da der Touch nicht besonders schwer oder groß ist. Die Schlafmessung basiert auf der Annahme, dass du schläfst, falls du dich nach 16:00 Uhr für eine bestimmte Zeit nicht mehr bewegt hast. Nach dem Aufstehen kannst du dann im Display oder nach der Synchronisation mit dem Smartphone in der App sehen, wie lange du geschlafen hast. Hiermit hast du eine Kontrolle, wie viele Stunden je Tag du in den letzten Tagen geschlafen hast. Innerhalb des Testzeitraums passte der Wert des Touch mit dem meiner Smartphone App (Sleep as Android) gut zusammen.

Bei diesem Modell des Touch kann man auch die Körperzusammensetzung (Body Composition) messen. Hierzu wird ein unschädlicher elektrischer Stromimpuls durch den Körper geschickt. Dieser misst, wie viel Muskeln, Fett und andere Bestandteile (Wasser, Knochen,...) deinen Körper zusammensetzen. Da diese Messung keinen hochgenauen Wert darstellt und von vielen Faktoren beeinflusst werden kann (Training, Essen, Trinken…) sollte man die Messung idealerweise immer unter den gleichen Bedingungen durchführen. Wenn man sich jetzt an der relativen Veränderung dieser Werte orientiert, hat man den größten Nutzen aus dieser Funktion. Er ersetzt meiner Meinung nach keine präszise Körperfett-Messung – falls es diese überhaupt gibt. Wichtig ist noch der Hinweis, dass es keinen generellen Idealwert für die Körperzusammensetzung gibt.

TomTom Sports App (c) TomTom

Dieser ist individuell verschieden. Innerhalb des Testzeitraums haben sich meine Werte von etwa 43% Muskeln und etwa 24% Fett nicht wesentlich geändert (+/- 5%). Ein klein wenig muss man den Sensoren aber unter Umständen schon gut zureden. Wenn die Haut zu trocken ist, hilft ein Tropfen Wasser auf der Haut (unterer Sensor), und dem Finger (Sensor auf der Oberseite). Das verfälscht die Messung m.E. nicht, hilft dem Touch aber, den Stromstoß unter deine Haut zu bringen. Hinweis: auch wenn diese Messung nicht supergenau ist, macht die Messung des Körperfettanteils deutlich mehr Sinn, als jeden Morgen nur sein Gewicht zu kontrollieren.

Eine weitere Funktion, die ich aber nicht getestet habe, da ich mit dem Sportmodus beschäftigt war, ist die Benachrichtigungsfunktion. Hier gibt es ein Feedback auf dem Touch, wenn auf deinem gekoppelten Smartphone ein Anruf, eine SMS oder eine Chat-Nachricht eingeht. Man sehe mir dies nach.

Meine Meinung

Der TomTom Touch konnte mich beim Activity Tracking überzeugen. Er misst zuverlässig die Daten, welche ich benötige, um meine aktive Zeit des Tages und meinen Schlaf zu erfassen. Die App gibt mir einen kompakten Überblick über die erfassten Aktivitäten und zeigt mir auf, wo ich gerade mit meinen Zielen stehe. Ob jetzt nur die Aktivität im Alltag erfasst werden soll oder auch eine sportliche Aktivität: beide Situationen kriegt er sehr gut hin. Die Synchronisation per PC oder Smartphone klappte bei mir reibungslos.

Ich musste zwar von der Idee abgehen, dass ich den Touch als Ersatz für einen HR-Sensor beim Laufen einsetzen könnte, dazu wurde er aber nicht konstruiert. Einen Versuch war es wert.

Der TomTom Touch Cardio + Body Composition ist das „größte“ Modell und du bekommst ihn für 109,95€ UVP im TomTom Online Shop. Mit zusätzlichem Armband kostet er 124,95€ und ohne die Körperanalyse bekommst du ihn für gerade mal 89,95€. Damit sind alle Modelle günstiger, als die Konkurrenz und die Körperanalyse ist aktuell ein Alleinstellungsmerkmal (USP) am Markt.

Ich bedanke mich bei TomTom dafür, dass ich den Touch testen und vorstellen konnte.

 

 

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