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vitalmonitor2 000Als ich vor mehr als einem Jahr begann, mich mit der Herzfrequenzvariabilität (HRV) zu beschäftigen, hatte ich die Gelegenheit den Vitalmonitor von Pulse7 zu testen. Vor ein paar Monaten ist die neue Version erschienen und man hat mir diese erneut zum Test zur Verfügung gestellt. Was sich geändert hat, lest ihr hier. [B]

Was ist Herzfrequenzvariabilität (HRV)?

Da ich meinen eigenen Text nicht einfach kopieren möchte, lest bitte die Grundlagen in meinem Artikel vom letzten Jahr nach. Hierin werden folgende Themen abgehandelt:

  • das ist HRV und das ist HRV nicht

  • das kann ich mit der Analyse der HRV erkennen

  • so kann ich mein Training mit der HRV steuern

Man könnte leicht auf die Idee kommen, dass Pulse und HRV doch das Selbe sind. Der Puls ist die Anzahl der Schläge pro Minute, die unser Herz macht. Die HRV hingegen ist die Zeit zwischen den einzelnen Schlägen und wie stark diese variiert. Je gleichmäßiger unser Herz schlägt, desto stärker ist der Körper damit beschäftigt, irgendetwas zu reparieren oder gegen eine Indefktion anzukämpfen. Damit sinkt dann das Maß an Regeneration. Das bestimmt der Vitalmonitor und mit den EKG-genauen Werten noch einige Faktoren mehr, welche dann zur Bewertung der aktuellen Form führen.

Alle Bilder können zum Vergrößern angeklickt werden.

Was ich getestet habe?

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Der neue Vitalmonitor von Pulse7 wird in einer stabilen Verpackung geliefert, welche dem Preis in der Qualität angemessen ist. Diese ist auch zur Aufbewahrung nach der Benutzung geeignet. Da ich aber lediglich den Brustgurt griffbereit haben möchte, liegt die Verpackung mit dem Ladegerät an einem anderen Platz.

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Die Ladestation funktioniert immer noch per induktiver Ladung. Das Design wurde verbessert und die Größe der Ladestation reduziert. Das bedeutet, dass ich den Gurt nur auflegen muss und er wird geladen, ohne dass ich ihn noch mit einem weiteren Kabel verbinden muss.

Ein Magnet in der Ladestation sorgt dafür, dass der Gurt an der richtigen Stelle liegen bleibt. Eine Kontrolllampe zeigt mir an, wann der Gurt geladen ist. Ein Netzadapter für die Ladestation ist im Lieferumfang enthalten.

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Der Brustgurt ist in der neuen Version nicht nur optisch verbessert worden. Insgesamt ist er etwas kleiner geworden. Ein große Anteil an Kunststoff am Gurt wurde durch einen elastischen Textilgurt ersetzt. Hierdurch wird er um einiges bequemer. Der Verschluss ist anfangs gewöhnungebedürfig.

"Die Elektronik im Brustgurt ist prinzipiell dieselbe geblieben, da ein Tausch der Elektronik keine Vorteile gebracht hätte, sondern nur den Nachteil einer neuerlichen, sehr langen Testphase." (Hinweis von Pulse7)

War es bei der alten Version nicht immer ganz einfach den Ein-/Ausschalter auf der Vorderseite (oberes Foto) zu treffen, so klappt das jetzt viel besser und sehr zuverlässig. Zwei LEDs auf der Vorderseite zeigen an, dass der Gurt betriebsbereit ist und dass er mit dem Smartphone verbunden ist. Außerhalb der Messphase wird der Herzschlag mit einem Piepton signalisiert. Während der Messung verstummt das Piepen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der alten Version.

Auf der Rückseite (unteres Foto) des Steuerteils sind auch in dieser Version zwei große runde Metallkontakte, die für die Übertragung der notwendigen elektrischen Impulse sorgen. Diese sind stärker abgerundet und fühlen sich deutlich angenehmer auf der Haut an.

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Im Karton ist auch wieder die ID-Card, mit der man seinen Account im Trainingsportal freischalten kann. Je nach gewähltem Paket erhält man Funktionen und Coaching.

Dem Trainingsportal wurde von Grund auf ein neues Design verpasst. Das hat in meinen Augen sehr gut funktioniert und ich finde mich jetzt besser im Portal und in der App zurecht. Auch die Menüs, Übersichten und Graphen sind besser geworden. Ebenso wurde die Smartphone APP angepasst und mit modernen APP-Elementen designed.

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WEB - Übersicht 1

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WEB - Übersicht 2

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WEB - EKG Detail

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APP - Übersicht 1

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APP - Menü 1
 

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APP - Messprotokoll 1

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APP - Messprotokoll 2

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APP - Messprotokoll 3

In der Praxis

Für die Messung und Auswertung sind die grundsätzlichen Funktionen gleich geblieben – zumindest nach dem, was man an der Oberfläche sieht. Man muss etwa 10 Messungen machen, bis der Vitalmonitor eine erste Prognose wagt. Danach sollte man regelmäßig mindestens eine Messung (Morgenmessung) am Tag machen. Auf dieser Daten-Grundlage werden dann die weitere Messungen beurteilt und eine Prognose für den aktuellen Zustand zum Zeitpunkt der Messung aufgestellt.

Ich konnte hier in der Vorbereitung zum Bertlicher Straßenlauf (30km Lauf) beobachten, wie ich durch gezielte Trainingsreize häufiger in die Superkompensationsphase gekommen bin. In dieser Phase macht das Training besonders Sinn, da der Körper quasi darauf wartet gefordert zu werden. Ich habe mein Training in dieser Zeit so gestaltet, dass ich mit drei Einheiten mit unterschiedlich intensiven Reizen für die Woche geplant habe und habe dann die Trainingseinheit ausgewählt, die zu meinem aktuellen Status passte. Ich konnte hierdurch mein Training optimieren und immer sehen, ob ich zu intensiv trainiert habe (Regeberationskurve hat einen niedrigen Wert) oder ob ich gut regeneriert bin (Regenerationskurve und Empfehlungen haben einen hohen Wert).

Man kann an den Kurven recht schnell erkennen, ob man den richtigen Trainingsreiz gesetzt hat und so sein Training objektiv beurteilen. Wobei … so ganz objektiv ist die HRV auch nicht! Am Tag vor dem 30km Wettkampf hatte meine Nervosität so einen Einfluss auf das Messergebnis, dass ich nicht erwartet hätte, am Wettkampftag ein gutes Ergebnis abzuliefern. Anscheinend scheint die gute Vorbereitung und die Motivation durch meinen Laufpartner das Ganze aber wieder ausgeglichen zu haben.

Leserreaktionen

Ich will mal eine neue Rubrik in die Berichte zu Updates dazunehmen, in denen ich auf Fragen oder Anregungen aus Emails oder Kommentaren zum ursprünglichen Modell eingehe.

Enzo hatte seine Erfahrungen zum Vitalmonitor (alte Version) in einem Kommentar festgehalten. Danke dafür! Hier hat er unter anderem geschrieben, der Gurt wäre "over-engineered". Meine Meinung dazu ist, dass die empfindlichere Elektronik den Aufbau des Steuerteils am Gurt notwendig macht. In der neuen Version ist er ja schon etwas kleiner geworden, aber der Aufbau eines notmalen Brustgurts bringt nicht die nötigen Voraussetzungen mit. Für die Pulsmessung reichen normale Gurte, aber nicht für eine korrekte HRV-Messung in EKG Qualität. Was ich weiterhin aufgreifen möchte ist, "man hat die Moeglichkeit verschenkt, das Gerät auch als HRV Trainingsgerät zu verwenden" Das ist meiner Meinung nach gar nicht möglich, da die HRV sehr stark durch körperliche Aktivität, genauer gesagt durch die elektrischen Impulse der Muskeln, verfälscht wird. Für eine korrekte Messung mit dem Vitalmonitor soll man ja sogar ruhig und entspannt sitzen, sonst könnte das Messergebnis verfälscht werden. Ich wäre sehr dafür dankbar, wenn ich einen Hinweis bekäme, wo die HRV-Messung während des Trainings eingesetzt wird.

Ivo hat weiterhin angemerkt: "hast du zufällig erfahrungen mit der XYZ-app? die macht doch im grunde auch nichts anderes... und ist dann doch deutlich günstiger..." Danke auch dafür! Nicht genau mit der von ihm genannten App (Name der App ist hier ersetzt worden!), aber mit einer anderen App. Ein paar wenige hochwertige Brustgurte bringen überhaupt die Möglichkeit mit die HRV zu messen. Die meisten messen nur den Puls, also dir HF. In meiner App wurde nur die HRV gemessen und ausgewertet. So weit ich weiß, misst der Vitalmonitor auch das Aussehen des Herzschlages, macht also praktisch jedes Mal ein EKG. Anhand dessen kann dann auf Stress und ein paar andere Faktoren geschlossen werden. In meinen Augen spielt der Vitalmonitor bzgl. der Qualität der Messung - ohne es genau zu wissen - in einer deutlich höheren Liga.

Meine Meinung

Für mich ist die Messung der HRV und die Trainingssteuerung nach der HRV weiterhin ein sinnvolles und für mich funktionierendes Trainingssteuerelement. So weit ich weiß, ist die Genauigkeit, mit welcher der Vitalmonitor misst, mit einem normalen Brustgurt nicht zu erreichen. Ich kann mittlerweile zuverlässig ablesen, wann der Schlafmangel einen Einfluss auf mein Training hat und wann Infektionen im Anmarsch sind.

Die Kehrseite der Medaille ist der Preis, welcher den Vitalmonitor immer noch nur für sehr ambitionierte Hobbysportler, Amateure und natürlich Profis zugänglich macht. Für 399,- EURO UVP kann man ihn im Pulse7 Online Shop bestellen. Und immer noch gilt der Vergleich zum Preis für einen Personaltrainer, beziehungsweise zu dem Geld, was ein Triathlet für sein sonstiges Equipment ausgibt.

 

Ich bedanke mich beim Pulse7 Team dafür, dass sie mir den Vitalmonitor dauerhaft zur Verfügung gestellt haben.

 

Profilfoto Ich bin Matthias und Autor & Gründer von runHerne. Seit 2010 habe ich das regelmäßige Laufen für mich wiederentdeckt. Auf runHerne berichte ich über Events und Produkte rund um die Themen Laufen, Fitness und Crossfit. Meine Laufrunden befinden sich mitten im Ruhrgebiet. Bei meinen Produkttests halte ich mich an den Blogger Relations Kodex.
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Kommentare   

0 # Rafael 2017-02-13 12:13
Achtung, beim Kauf von gebrauchten Geräten!
Die ID ist nur 1x verwendbar, ein umschreiben ist nicht möglich.
Die Firma lässt sich das Geschäft nicht entgehen, so das eine zusätzliche Partner ID für 25€ benötigt wird.
Sollte beim Kauf berücksichtig werden.
Gruß
Rafael
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