Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

mio alpha2 01Unabhängigkeit vom Brustgurt? Das ist seit einiger Zeit in Sportuhren möglich. Kern der neuen Technologie ist aber bisher immer der Sensor von Mio Global. Da lag es doch nahe, mal bei der Mutter dieser LED Technik ein Testmuster der Mio Alpha 2 anzufragen. Vier Wochen lang konnte die Uhr zeigen, was sie kann. [M]


 

 

Kurzprofil Mio

Mio Global sieht das Training nach Herzfrequenz als Kern ihrer Entwicklungen auf dem Sportmarkt. Sportler aller Leistungsklassen und -ziele sollen Zugang zur besten Technologie haben, die sie im Training unterstützt. Die Mio Alpha kam 2013 auf dem Markt und war damals die erste und einzige Uhr mit Pulsmessung ohne irgendeinen Brustgurt (laut Mio Homepage).

In Deutschland wird der Direktvertrieb durch Medisana geleistet. Hier findet man eine Menge Infomaterial zur Uhr in deutscher Sprache. Von Medisana wurde mir das Testmuster der Alpha2 freundlicherweise und unkompliziert für vier Wochen zur Verfügung gestellt (www.medisana.de).

Was ich getestet habe

Lieferumfang

Geliefert wird die Alpha 2 in einem handlichen Karton. In dem befindet sich die Uhr, ein USB Ladekabel und eine Kurzanleitung. Zum Ladekabel gehört kein Netzteil. Aber durch den USB-Anschluss kann dieses an einen PC oder das Netzteil eines Smartphones angeschlossen werden, um die Uhr zu laden. Das heißt auch, dass die Alpha mit einem Akku geliefert wird und nicht mit einer Batterie, die man wechseln muss.

mioalpha2 usb ladestation

Foto (c) Mio Global

mioalpha2 orange slider2

Foto (c) Mio Global

Gehäuse und Armband

Das Gehäuse hat eine recht ungewöhnliche Form, ich finde diese aber sehr angenehm.

mio alpha2 02 mio alpha2 04
mio alpha2 08 mio alpha2 09

Das Armband ist aus weichem Kunststoff und angenehm breit. Der Verschluss macht es auch für Personen mit dünnen Unterarmen möglich, die Uhr zu tragen (für einen Armumfang am Handgelenk von 135-190mm laut Mio).

mio alpha2 05 mio alpha2 12
mio alpha2 13 mio alpha2 15

An der Unterseite befinden sich Metallkontakte, mit denen die Alpha 2 an den PC angeschlossen werden kann und der Akku geladen wird.

mio alpha2 07 mio alpha2 11

Weiterhin ist unter dem Display eine LED angebracht, die verschiedene Funktionen hat. Sie signalisiert ob die Uhr per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt ist und zeigt während des Trainings, in welcher Pulszone ich mich gerade befinde.

Display

mio alpha2 02Auf dem großen, sehr gut lesbaren Display werden entweder die Uhrzeit oder die Daten der Aktivität angezeigt. Ebenso kann man immer den Ladezustand des Akkus erkennen. Zwar sieht man nur drei Balken, aber diese sind ausreichend groß, um zum Beispiel zu erkennen, dass es Zeit ist, den Akku zu laden.

Steuerelemente

An beiden Seiten der Uhr befindet sich je eine Taste. Mit der linken Taste kann man zum Beispiel die Einstellungen zum Benutzerprofil vornehmen. Hier werden Datum und Uhrzeit, Maßeinheit, Gewicht, Körpergröße, Geschlecht, Geburtsjahr, maximale Herzfrequenz abgefragt.

Mit der rechten Taste wird der Verbindungsaufbau zum Smartphone gestartet oder die Aktivität gestartet/pausiert/gestoppt sowie eine Runde markiert. Die Tasten sind recht schmal, aber genauso hoch wie die Uhr. Ich hatte keine Probleme sie zu drücken.

Funktionen

Dem geneignten Leser ist vielleicht eines schon aufgefallen: die Mio ist mehr eine Plattform, als eine Pulsuhr mit großem Funktionsumfang. Mio lädt viel Funktionalität auf die App, mit der man die Uhr per Bluetooth Smart (V4) verbindet (s. u.). Die Uhr selbst misst und zeigt von der Aktivität nur die Dauer, die gestoppten Runden und die Pulswerte (Min/Max/Durchschnitt).

Grundsätzlich kann man die Alpha 2 als normale Stoppuhr (Chronograph-Timer) nutzen, als Countdown-Timer (Einmal-Timer) oder als Wiederholungs-Timer. Da sich Mio das Training nach Herzfrequenz groß auf die Fahne geschrieben hat, wird ein entsprechender Modus angeboten.

Im 5-Zonen-Modus werden die vorab eingestellten Trainingszonen mithilfe der LED angezeigt. Die LED unter dem Display leuchtet in bis zu sechs verschiedenen Farben, je nach Zone. Ein Wechsel der Zone kann zusätzlich mit einem Signalton angezeigt werden. Im Zonensignal-Modus wechselt die LED nur in drei verschiedene Farben, um anzuzeigen, ob man sich in der Pulszone befindet oder darüber/darunter. Hier kann zusätzlich ein Signalton alle 10s anzeigen, dass ich mich außerhalb der Zielzone befinde.

In der Alpha 2 ist auch ein Bewegungssensor verbaut. Falls eure App das auswertet, kann man hiermit die Schrittfrequenz erfassen. Auf dem Laufband kann man, nachdem in eurer App die Schrittlänge konfiguriert wurde, hieraus auch Pace/Tempo und Strecke ableiten, ohne dass man GPS benutzt. Habe ich allerdings nicht getestet.

Besonderheiten

Auf der Rückseite der Uhr ist der Sensor angebracht, der den Puls misst (patentierte Philips-Technologie laut Mio). Mit zwei grünen LEDs wird Licht unter die Haut gebracht und ein Sensor erkennt die Bewegung des Blutes unter der Haut. Dadurch ermittelt Mio sehr zuverlässig die Herzfrequenz. Da der Sensor sehr eng auf der Haut aufliegt, ist es sogar möglich, den Puls während des Schwimmens zu messen. Ich habe das erfolgreich ausprobiert. Bei vergleichbaren Pulsuhren ist mir das nicht gelungen.

Software

Da ich hier hauptsächlich die Alpha 2 vorstellen möchte, halte ich die Beschreibung der unterschiedlichen Software kurz. Wer mehr Info dazu möchte, kann diese auf der Mio Global Seite finden oder in der Beschreibung zu der benutzten App.

Mio GO

Um die Alpha 2 (oder eines der Geräte LINK, VELO oder FUSE von Mio) mit dem Smartphone zu verbinden, wird von Mio für die gängigen Systeme die App Mio GO zur Verfügung gestellt. Diese sollte man zunächst auf dem Smartphone installieren. Die App ist zum Zeitpunkt des Tests komplett in englischer Sprache.

Über die App kann man zum Beispiel die Alpha 2 konfigurieren, also die Einstellungen wie Gewicht, Alter usw. vornehmen. Leider haben sich zum Testzeitpunkt die Versionen für iOS und Android im Funktionsumfang unterschieden. Die iOS Version war weiterentwickelt.

Mio GO zeigt die Informationen der Alpha 2 in Echtzeit an und speichert diese in einem Trainingstagebuch (Activity Historie). Hier werden die gesammelten Daten recht übersichtlich dargestellt. Falls man weitere Geräte von Mio benutzt, z. b. die Tracker Fuse und Link, werden deren Aktivitäten in der gleichen App und Historie angezeigt.

Um die zurückgelegte Strecke zu speichern, kann die Alpha 2 bzw. Mio GO das GPS des Smartphone nutzen. Die Uhr selbst verfügt über einen Bewegungssensor, mit dem man die Anzahl seiner Schritte insgesamt und pro Minute messen lassen kann. Das ist in vielen Fällen sinnvoll, da eine hohe Schrittfrequenz einen effizienten Laufstil dokumentieren kann. Mit diesem Sensor wird auch die Strecke und der Pace / die Geschwindigkeit ermittelt, falls man kein GPS nutzt.

Wenn die Daten in der App gespeichert sind, kann ich leider nichts anderes damit anfangen, als sie mir dort anzeigen zu lassen. Dieses Konzept fand ich etwas schade. Es gibt auch kein Webportal, über das ich die Daten ggfs. exportieren könnte. Für Einsteiger ist das allerdings vollkommen ausreichend.

Verbindung zu anderen Apps

Voraussetzung für die Nutzung der Mio Alpha 2 mit dem Smartphone unter Android ist Version 4.3 oder höher und Bluetooth 4.0 und dass die App auf diese Bluetoothgeräte zugreifen kann. Unterstützt werden große Apps, wie z. B. Strava, Runtastic, Wahoo und miCoach (weitere Apps werden unterstützt, bitte bei Mio Global nachsehen, ob deine App offiziell unterstützt wird).

Ich selbst benutze als Sporttagebuch Endomondo. Hier erfasse ich nahezu alle meine sportlichen Aktivitäten via Pulsuhr, Smartphone oder manuell. Mittlerweile ist das für mich reine Geschmackssache geworden. Ich habe keine Lust fünf Portale zu bedienen und Endomondo wird von meinem Equipment direkt unterstützt. Das kann bei euch anders aussehen, aber bei mir hat es sich dahin entwickelt. Das soll keine Werbung oder konkrete Empfehlung für Endomondo sein.

Die Alpha 2 lässt sich problemlos mit Endomondo koppeln und zeigt alle Daten während der Aktivität im Display an. Die Mio Alpha 2 kann in sehr viele andere Apps integriert werden (s.o.). Vorteil ist, man benutzt die Alpha 2 als Pulsgurtersatz und Display für die Daten. Die Daten werden aber zusätzlich in der App, bzw. im Portal gespeichert und sind wie gewohnt abruf- und auswertbar.

Im Einsatz

Verbindung aufnehmen

Vor dem ersten Training muss man am besten einmal die App öffnen und die Alpha2 schon mal mit der App koppeln. Das geschieht in einem Menüpunkt der App. Bitte in der Anleitung zur App nachsehen.

mio alpha2 10Zunächst einmal ist es natürlich wichtig, dass man nicht erst umständliche Schritte ausführen muss, damit die Uhr für die sportliche Aktivität eingesetzt werden kann. Bei der Alpha 2 klappt das reibungslos. Erst am Smartphone die SportApp starten (z. B. Mio GO), ggfs. vorher Bluetooth aktivieren. Danach bringt man die Uhr mit einem Druck auf die rechte Taste in den Trainingsmodus (Puls wird angezeigt). Jetzt verbindet sich die Uhr mit der App und man kann mit der rechten Taste die Aktivität starten.

Training

Während der Aktivität kann man im Display die Daten wie Dauer, Puls und Strecke sehen, indem man mehrfach auf die linke Taste drückt. Das klappt gut und man kann auf dem großen Display die Werte gut erkennen.

Mit der rechten Taste beginnt man auch die nächste Runde (im Chronograph-Timer Modus), pausiert die Aktivität, hebt die Pause auf und beendet die Aktivität. Auch das funktioniert sehr gut.

Alles in allem, hat die Alpha 2 während des Trainings einen sehr zuverlässigen Eindruck hinterlassen. Besonders die spezielle Herzfrequenzmessung am Handgelenk hat einwandfrei funktioniert, sowohl beim Laufen, als auch beim Schwimmen.

Den Akku konnte ich nicht dazu bringen, sich so zu entleeren, dass die Uhr ausging. Selbst, wenn ich sie eine Woche lang (~8h Trainingszeit) nicht geladen habe, war der Akku nicht leer. Da ich keine längeren Trainings als 2-3h mache, konnte ich den Akku also nicht voll ausreizen.

Auswertung

An der Uhr

Nutze ich die Uhr zwar mit App, möchte aber eine Zusammenfassung der Daten direkt an der Uhr sehen, geht das auch. Sobald ich an der Uhr die Aktivität mit der rechten Taste beendet habe (länger gedrückt halten), kann ich durch mehrfaches Drücken der linken Taste die wesentlichen Werte im Display sehen.

Falls ich keine App einsetze, weden die Aktivitäten in der Uhr gespeichert und können später noch am Smartphone mit der Mio GO App synchronisiert werden. Der Speicher hat, laut Mio, Platz für 25 Trainingsstunden.

In einer App

Dieses Thema ist das einzige Manko der Uhr. Wenn man sie mit der Android Version der Mio GO App betreibt, hat man in meinen Augen keinen echten Mehrwert, außer der Streckenmessung. Leider gibt die App keine detaillierten Daten wieder, die ich für ein spezielles Training sehen möchte. Ich konnte der App noch nicht einmal die Rundenzeiten entlocken. Entweder war es ein Bedienfehler oder das kommt in einer späteren Version.

Nutze ich meine eigene App (hier Endomondo) sehe ich die gewohnten Ergebnisse. Leider werden hier ebenfalls nicht die manuell gestoppten Runden übergeben.

Die HF Messung zeigt einen kontinuierlichen Verlauf ohne Sprünge, welche man einer Fehlaufzeichnung/-ermittlung zuordnen könnte.

Meine Meinung

Die Hardware der Alpha 2 ist solide und funktioniert einwandfrei. Der Sitz am Arm ist bequem und die Pulsmessung klappt zuverlässig (sogar beim Schwimmen). Das große Display ließ mich die Werte gut ablesen und die Verbindung zu den getesteten Apps klappte problemlos. Ich habe die Uhr gerne im Training getragen und wenn man sowieso ein Smartphone dabei hat (so wie ich für Musik), braucht man auch auf die Angabe der Strecke nicht zu verzichten. Wer keinen riesigen Funktionsumfang benötigt und in erster Linie an verlässlichen Daten interessiert ist, ist mit der Mio Alpha 2 sehr gut beraten.

Wer auch auf das Display verzichten kann, könnte auf einen der Activity Tracker von Mio ausweichen, welche ähnliche bis identische Funktionen in der Erfassung der Werte bieten, aber eben ohne Display. Zu nennen wäre hier der LINK und der FUSE (weitere Infos hier).

Zu klären bleibt, ob ich bei der Messung manueller Runden (Intervalltraining im Stadion) etwas falsch gemacht habe oder ob diese Information (neue Runde) bei der Übertragung zum Smartphone nicht weitergegeben wird. In der App von Mio (Mio GO) kann ich als Einsteiger alle wichtigen Informationen finden. Darüber hinaus, sollte ich eine App nutzen, die mir detailliertere Infos gibt und mit der ich auch ein Trainingstagebuch im Web oder auf dem PC führen kann. Hierzu stehen eine Reihe von Apps zur Verfügung, mit denen ich die Alpha 2 koppeln kann (s.o.).

Im Shop von Medisana bekommt man die Mio Alpha 2 für UVP 179,95 EURO. Der Preis geht für die solide Hardware okay.

 

Ich bedanke mich bei Mio Global und Medisana dafür, die Alpha 2 testen und vorstellen zu dürfen.

 

 

profil 20160400 600px Ich bin Matthias und Autor & Gründer von runHerne. Seit 2010 habe ich das regelmäßige Laufen für mich wiederentdeckt. Auf runHerne berichte ich über Events und Produkte rund um die Themen Laufen, Fitness und Crossfit. Meine Laufrunden befinden sich mitten im Ruhrgebiet. Bei meinen Produkttests halte ich mich an den Blogger Relations Kodex.
Wenn Dir meine Berichte gefallen, kannst Du gerne auch auf Facebook, Instagram, Twitter oder per Newsletter mit mir in Kontakt bleiben.
blogger kodex

 

 

Hier kannst Du den Beitrag ganz einfach teilen!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren