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O-Synce screeneye x - VisorAm 18.07.2012 landete der screeneye x der Firma O-Synce in unserer Redaktion. Angeboten durch das PR Unternehmen InMotion mar.com waren wir zunächst skeptisch, welches Gadget uns da ins Haus kommt. Da wir aber immer offen sind für Innovationen, besonders wenn es sich um technisches Laufzubehör handelt, haben wir einen Test eingeplant. [S]

 

 

Kurzprofil O-Synce

Die Firma O-Synce wurde 2009 mit Sitz in Weinheim gegründet. Hauptbetätigungsfeld ist die Entwicklung von tragbarer Mikroelektronik und Sensoren für jede Form der Lebensaktivität. Die Gerät sollen den Ansprüchen: „Einfachheit“, „Weniger ist Mehr“ und „Eins für alle“ genügen. Hierzu paart man deutsche Ingenieurstechnik und italienisches Lifestyle Design. Mit dem kurz nach der Gründung veröffentlichten Mini Fahrradcomputer konnte man auf der Eurobike 2009 den Gold Award gewinnen. Das „o“ im Namen steht für die Unendlichkeit des Kreises und das „synce“ ist ein Kunstwort, welches die Wörter Synchronisation und Science verbinden soll. Gesprochen würde es dann einfach wie „o-sience“.

Was wir getestet haben

Als das Paket bei uns ankam, waren wir überrascht, was da alles drin war. Auf dem Foto kann man sehen, dass wir neben dem Visor selbst, noch einen Herzfrequenz-Brustgurt und einen Footpod geliefert bekommen haben. Wir hätten zwar auch auf den Brustgurt von Garmin zurückgreifen können, was wir im Laufe des Tests auch taten, aber so gab es ein abgestimmtes Equipment.

Erster Eindruck

In der großzügigen Verpackung des Visors (screeneye x) befindet sich neben dem Gerät zusätzlich eine gut verständliche Anleitung in ausreichendem Umfang. Hier sind alle wichtigen Funktionen beschrieben, die man benötigt, um den Visor mit den Zusatzgeräten zu koppeln und ihn für den Lauf bereit zu machen. Der Schirm des screeneye x ist aus hartem Kunststoff, um die Elektronik sicher unterzubringen und das Mini-Display fixieren zu können. Der Visor benötigt keine besondere Stromquelle, da er einen Akku enthält, der per USB-Anschluß am PC geladen werden kann. Auf der Oberseite des Display erkennt man die grüne Lichtsammlerfolie (Photovoltaik), die für die Hintergrundbeleuchtung des Display sorgt. Die Polsterung des Stirnbandes wirkt weich und scheint Schweiß gut aufnehmen zu können. Warten wir den ersten Lauf ab.

 

O-Synce screeneye x - Packet

 

Im Karton des Herzfrequenz-Sensors (heart2feel x) ist neben dem Sensor ein Brustgurt zu finden. Der Sensor wird mit Druckknöpfen am Brustgurt befestigt. Mit dem Befestigen wird der Sensor aktiviert. Die handelsüblichen Knopfzellen zur Stromversorgung können vom Läufer selbst gewechselt werden. Auf den ersten Blick wirkt das Material des Brustgurts angenehm. Das Verstellen der Größe über die Schnallen klappt problemlos.

 

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Die Verpackung des Footpod (maxrun) enthält den Footpod und die Halterung für die Schuhschnürung. Die Halterung ist aus hartem Kunststoff. Man muss die Schnürung der Schuhe nicht ausfädeln, um die Halterung unter die Schnürsenkel zu schieben. Anschließend wird der Pod nur noch mit den ausgeklügelten Clips befestigt und schon kann es losgehen. Das war bei anderen Footpods deutlich aufwändiger. Auch hier sind als Stromquelle wieder handelsübliche Knopfzellen im Einsatz, die durch den Läufer selbst gewechselt werden können.

Bevor es losgehen kann

Jedes technische Gerät benötigt ein paar Einstellungen, bevor man es benutzen kann. Da ist das screeneye x auch keine Ausnahme. Am einfachsten installiert man vorab die Software TrainingLab, die von O-Synce kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Mit dieser kann man nicht nur ein Traingstagebuch führen oder vorgefertigte bzw. eigene Trainings übertragen, sonder auch den Ladezustand prüfen und Einstellungen zum min/max Puls und den Korrekturfaktor für den Footpod eingeben. Diese werden dann ans Gerät übertragen und liefern dort entsprechende Signale (Pulsbereich) bzw. Ergebnisse (Laufstrecke). Den Korrekturfaktor für den Footpod ermittelt man am einfachsten auf einer Strecke mit bekannter Länge. Im TrainingLab gibt man den Sollwert ein und den Wert, den der Footpod ermittelt hat und erhält einen Korrekturfaktor, der beim nächsten Lauf die korrekte Strecke ausgibt. Die Genauigkeit ist vergleichbar mit der eines GPS-Sensors.

Laufverhalten

Der Brustgurt lässt sich einfach anbringen, indem man den Gurt mit dem Sensor an den beiden Druckknöpfen befestigt. Damit ist dieser auch gleich aktiviert. Den Footpod bringt man ebenso leicht an. Man schiebt die Halterung unter das Schuhband. Dabei kann der Schuh ruhig angezogen bleiben und muss noch nicht einmal geöffnet werden. Danach klippt man den Sensor in die Halterung und ist fertig. Schaut man sich die Halterung etwas genauer an, sieht man sofort, dass der Sensor nicht verloren gehen wird. Hier haben die Entwickler wirklich an die Läufer gedacht und Einfachheit mit sicherem Halt gepaart. Genial gelöst, können wir nur sagen. Mit ein paar Schritten auf der Stelle oder nach den ersten Schritten des Laufs, wird der Footpod aktiviert.

 

Als nächstes schaltet man den Visor ein. Er beginnt sofort, die verfügbaren Sensoren zu erkennen. Sollten die Sensoren dem Visor noch nicht bekannt sein, muss man den entsprechenden Menüeintrag auswählen und die Sensoren „pairen“. Durch das Menü bewegt man sich mit drei kleinen Tasten, die unterhalb des Visorschirms an der linken Seite angebracht sind. Sie sind problemlos zu bedienen. Evtl. sollte man sich vor dem Laufen einmal durch das Menü bewegen, damit man nicht erst großartig ausprobieren muss. Nach wenigen Läufen weiß man, wo die wichtigen Informationen angezeigt werden und wie man das Display entsprechend umschaltet.

 

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Ein kleines Manko sei hier erwähnt. Das Display des Visors ist nur aus einem bestimmten Winkel gut lesbar. Das bedeutet zum Einen, dass man den Visor nicht beliebig aufsetzen kann. Einen kleinen Spielraum gibt es da, aber nicht sehr viel. Ist der Schirm richtig ausgerichtet, kann man während des Laufens durch einen Blick nach schräg oben das Display klar und deutlich ablesen. Brillenträger haben evtl. zusätzlich ein Problem, wenn die Brille verrutscht und das Sehvermögen nicht ausreicht, um das Display ohne Brille scharf erkennen zu können. Durch die Lichtsammelfolie, die oben am Schirm angebracht ist, regelt sich die Helligkeit des Sensors abhängig von der Umgebungshelligkeit. Selbst im Dunkeln (im Freien!) holt diese Folie immer noch genügend Licht aus der Umgebung, um die Informationen schwach, aber gut erkennbar anzuzeigen. Läuft man im Dunkeln auf einer Straße mit Beleuchtung, kann man jederzeit das Display ablesen. Unter normalen Umständen wird man vermutlich nicht im Stockfinsteren laufen.

 

Der Akku des Visors hat bei uns ca. 8 Stunden gehalten, bis wir im Display den Hinweis bekommen haben, diesen doch wieder aufzuladen. Bis dahin haben wir ihn zwar jeweils kurz an den PC angeschlossen, um die Daten zu übertragen, ihn aber nicht bewusst geladen. Möglicherweise variiert das mit der Anzahl der angeschlossenen Sensoren.

 

Bis dahin werden mit den verwendeten Sensoren die bisher gelaufene Zeit, die Rundenzeit, der aktuelle Pace (min/km), die zurückgelegte Distanz, die Kadenz (Schritte/min), die verbrauchten Kalorien (kcal), die aktuelle Uhrzeit und die aktuelle Temperatur angezeigt.

 

Eine neue Runde (Lap) beginnt man durch einen Druck auf die mittlere Taste, die sich auch beim Laufen sicher ertasten lässt. Nach zwei bis drei Läufen kommt man mit der Steuerung des Displays so gut klar, dass diese während des Laufens nicht mehr ungewohnt ist. Oder man hat die beiden Werte gefunden, die man ständig im Blick haben möchte und muss gar nicht mehr umschalten. Das war bei uns so und der Blick auf Distanz und Pace hat gereicht. Wollten wir dann doch einen anderen Wert sehen (z. B. gelaufene Gesamtzeit oder aktuellen Puls), konnten wir mit der vorderen oder der hinteren von den drei Tasten durch die Werte navigieren.

 

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Insgesamt hat uns der Einsatz des screeneye x sehr viel Spaß gemacht und das Gerät ist weit mehr als nur ein Gadget. Auch wenn man es gewöhnt ist, empfindet man im direkten Vergleich den Blick auf die Uhr ablenkender, als den auf das Display. Einfach weiterlaufen und kurz den Blick weiter nach oben richten und schon sieht man die Werte, die man sehen möchte. Wir denken, dass selbst der ambitionierte Läufer alle Angaben ins Display bringen kann, die er braucht. Uns hat zumindest nichts gefehlt. Für das Laufen haben wir demnach nur sehr wenig auszusetzen (siehe Display-Blickwinkel).

Nach dem Laufen

Das gute Gesamtbild setzt sich bei der Trainingsanalyse fort. Das TrainingLab (Desktop Version), auf das wir hier nicht im Detail eingehen können, bietet dem Läufer die Möglichkeit, ein Trainingstagebuch anzulegen, dass auch mit dem zugehörigen Online-Portal (trainingsplan.com) synchronisiert werden kann. Da es einen sauberen Datenfluss zwischen Visor und Software gibt, braucht man Werte wie z. B. die Herzfrequenzbereiche, Footpod-Korrekturfaktor, Alter und Gewicht nur im TrainingLab eintragen und sie werden beim nächsten Abgleich automatisch an den Visor übertragen. Zu jeder Trainingseinheit kann man Rahmenparameter wie z. B. Trainings-Empfinden und Notizen eingeben.

 

Andersherum kann man mit den eingegebenen persönlichen Werten auf trainingsplan.com kostenlos ein Training erstellen lassen, das z. B. auf ein bestimmtes Ziel (Wettkampf) ausgerichtet ist. Die passenden Trainingseinheiten werden dann per Knopfdruck in das TrainingLab geladen und an den Visor übertragen. Mit Aktivierung des Coaching-Modus (2 Sekunden die hintere Taste am Visor drücken) können diese dann verwendet werden. Abweichend vom vorgefertigten Trainingsplan kann man auch eigene Trainingseinheiten im TrainingLab eingeben und an das Gerät übertragen. Das TrainingLab unterscheidet in verschiedene Sportarten und kann so auch für die Dokumentation anderer sportlicher Tätigkeiten benutzt werden. Schön wäre für uns persönlich, wenn man Daten im GPx oder TCX-Format importieren könnte, wobei das TCX-Format ja schon so langsam veraltet. Es können zusätzlich zu den screeneye x Daten die Formate FIT von Garmin, Polar-Daten via PlugIn und Daten aus einer Garmin Forerunner 50 direkt gelesen werden.

 

Um das TrainingLab als Trainer nutzen zu können, besteht die Möglichkeit bis zu 255 Userprofile anzulegen. Diese können dann für das Mannschaftstraining genutzt werden.

Pflege

Folgt man der Empfehlung von O-Synce, wäscht man den Brustgurt nach dem Training einfach mit Wasser ab, um die Schweißrückstände zu minimieren. Ebenso sind wir mit dem Stoffteil des Visors verfahren und haben diesen nach jedem Training gründlich ausgewaschen. Den kann man nämlich mit Druckknöpfen vom Kunststoff des Visors lösen. Damit minimiert man die Schweißrückstände und hat langfristig mehr Freude an den Geräten.

 

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Datenkommunikation

Im vorigen Abschnitt haben wir beschrieben, wie der Datenaustausch systemintern funktioniert, also wenn man sich in der O-Synce-Welt bewegt. Durch die ANT+ Kompatibilität können aber auch andere Sensoren (Herzfrequenz-Brustgurt von Garmin im Test) benutzt werden, um dem Visor Daten zu liefern. Ebenso kann man die O-Synce-Sensoren mit ANT+ kompatiblen Trainingscomputern verbinden (Garmin Forerunner 305 im Test). Der Herzfrequenz-Sensor und der Footpod wurden vom FR305 anstandslos erkannt und die Daten aufgezeichnet.

Was offen blieb

Wir haben den screeneye x nach dem Testzeitraum wieder zurückgeschickt, da wir davon ausgegangen sind, dass es ihn aktuell nur als Visor gibt. Der Empfehlung unserer medizinischen Beratung folgend, würde durch den Visor eine zu hohe Sonneneinstrahlung auf die mehr oder weniger ungeschützte Kopfhaut einwirken. Ohne weiter ins Detail gehen zu wollen, würde man sich langfristig einem zu hohen Risiko von Hauptkrebs aussetzen. Eine kurze Nachfrage hätte allerdings ergeben, dass es zum screeneye x eine Variante gibt, welche ihn zu einer Cap verwandelt. Das schließt hiermit den einzigen offen gebliebenen Punkt.

Testergebnis

Auch wenn es auf den ersten Blick anders erscheinen mag, ist der O-Synce screeneye x ein sinnvolles, durchdachtes und ausgereiftes Gerät, welches das Training unterstützt und nicht nur zum Schutz gegen die Sonne dient. Das was ein Trainingscomputer in Uhrenform kann, kann das screeneye x auch und bringt es knapp oberhalb des Blickfelds des Läufers ins Display. Die Sensoren funktionieren nicht nur sehr gut, sondern können auch mit den überzeugenden Halterungen sicher angebracht werden.

 

Als Gesamtpaket ist das O-Synce screeneye x für uns bisher die Überraschung des Jahres im positiven Sinn. Nimmt man die Variante, die uns im Test zur Verfügung gestanden hat, kommen auf den Läufer Kosten von insgesamt rund 279,- EURO zu. Verglichen mit einer entsprechend ausgestatteten Laufuhr kommt man hierbei preislich sehr gut weg. Bei der Qualität und Funktionalität, die hier geliefert wird, ist der Preis in unseren Augen vollkommen in Ordnung.

 

 

Viel Dank nochmal an O-Synce und InMotion.mar für die Möglichkeit, den screeneye x testen zu können.

 

 

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