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"Canyamel - jedem das Seine" by runHerneFrei von Produkttests, Wettkämpfen und starrem Trainingsplan hab ich in diesem Jahr ein intuitiv gestaltetes Trainingslager in Canyamel im Osten Mallorcas verbracht. Der Rahmen war natürlich der Sommerurlaub mit der Familie. Da ich mir keinen Planungsstress machen wollte, habe ich mir nur ein paar ganz grobe Ziel gesetzt, die ich in den entspannten Urlaubsablauf einstreuen wollte. Wie sich später herausstellte, funktionierte das mehr als gut. [B]

 

Canyamel liegt nochmal wo...?

Canyamel ist ein kleiner Badeort an der Ostküste Mallorcas mit ca. 420 Einwohnern - und vermutlich mehr Urlauberbetten. Er liegt in direkter Nähe zu Capdepera (ca. 10 Minuten mit dem Auto) und Nahe an Cala Ratjada (ca. 15 Minuten mit dem Auto). Auf der Hauptstraße zwischen diesen beiden Orten gibt es sowohl einen Lidl als auch einen Eroski Markt (erinnert stark an REWE). Die beiden Märkte waren unsere Haupteinkausfquelle für Lebensmittel.

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(c) 2013 Open Street Map und Mitwirkende - zum Vergrößern die Karten anklicken

 

Vom Flughafen in Palma ist man ca. eine Stunde mit dem Auto unterwegs. Alle wichtigen Badestrände (Platja da Canyamel, Cala Agulla, Cala Mesquida und Cala Torta) der Region sind in weniger als einer halben Stunde mit dem Auto zu erreichen.

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- Blick auf Canyamel mit den Hotels - - Blick auf die kleinen Appartmentanlagen -

 

In Canyamel selbst gibt es einige größere Hotels (siehe Bild oben links), aber es überwiegen Appartments in kleinen Anlagen (siehe Bild oben rechts). Die Einkaufsstraße ist ca. 50m lang und eher auf Tourismus ausgelegt. Da wir in einer kleineren Appartmentanlagen in der Nähe der Coves d'Arta (Cap Vermell) wohnten, was am Rand von Canyamel liegt, haben wir den Ortskern eher selten besucht.

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In Cala Ratjada waren wir abends dagegen unerwartet oft. Das lag in erster Linie an Yaa.Yogurt. Dieser Laden liegt in der Nähe des Hafens von Cala Ratjada auf der Straße Carrer Elionor Servera Hier gibt es cremigen gefrorenen Yoghurt zu dem man Früchte und eine ganze Menge Süßkram kombinieren kann. Ich muss wohl nicht erst weiter ausführen, dass nicht nur die Kinder vollkommen begeistert waren. Wenn man den Becher mit den Früchten nimmt (2013: für 3,20EURO) braucht man eigentlich kein Abendessen mehr - zumindest ich nicht. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass hier auch schon mal eine Menge Leute anstehen.

 

Karibisches Wasser

Nun ja, ich denke in der Karibik ist die Wassertemperatur noch etwas höher. Aber bei den Lufttemperaturen (32-36°) war das Wasser (26-28°) eine willkommene Abkühlung. Wann immer es ging, haben wir den Strand vorgezogen und sind geschwommen, geschnorchelt oder mit dem Tretboot gefahren. Das Mittelmeer hat hier eine Farbe, die an die Karibik erinnert und ist in den allermeisten Fällen glasklar. Beim Schnorcheln im flachen Wasser in Strandnähe (Cala Mesquida, Cala Gat) kann man hier auch Fische sehen, die gemütlich um einen herum schwimmen. Exemplare von 10cm (in Schwärmen zu 100-200) oder 30cm sind hier keine Seltenheit.

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Intuitives Training

Ich denke, ihr kennt das, wenn bis kurz vor Urlaubsbeginn das Büro brennt und das Telefon nicht still stehen will. Gleiches gilt für die Unterstützung meiner Kinder im schulischen Alltag, so dass ich froh war, dass ich alles Organisatorische für den Urlaub erledigen konnte: Mietauto buchen (genauer gesagt "umbuchen"; war auf letzter Sekunde um einiges preiswerter), Reisepass beantragen (mal wieder zu spät kontrolliert), Internetverbindung checken (WLAN vor Ort verfügbar), Vorabend-Check-In (bei fünf Personen unbezahlbar).

Ich hatte vorab nur die Nerven, bei OpenStreetMap bzw. GPSies nachzusehen (siehe Karten oben), was die Umgebung zu bieten hat. Auf der Karte ist leider nicht die ganze Vielfalt der Möglichkeiten der Canyamel-Ebene und der umliegenden bewaldeten Hügel zu erkennen. Also plante ich grob einen Lauf an jedem zweiten Tag, nach zwei bis drei Tagen zum Gewöhnen an das Klima. Schwimmen würde ich genug, wenn auch nicht wiklich nach Programm. Das eine oder andere BWE Workout (BWE: Body Weight Excercises, also ohne zusätzliche Gewichte) wollte ich bei Bedarf einstreuen. Mit anderen Worten: mal sehen, was wann geht!

 

Rausgekommen ist ...

a49e7ba8f753f47310778e4b5e95d81a.jpgDie zwei Tage zu Beginn des Urlaubs brauchte ich dann auch zunächst, um mich an das Mittelmeerklima zu gewöhnen. Anderen mag das leichter Fallen, aber ich benötige etwas Zeit, um nicht direkt bei der kleinsten Bewegung schwitzenderweise zu zerfließen. 33-36° am Tag und 26-28° in der Nacht brachten mich zu dem Entschluß, früh am Morgen zu laufen. Ich merkte schnell, dass ich trotz Klimaanlage schon gegen 7:30 Uhr wach wurde und nutzte einfach den Umstand, um die Kühle am Morgen für das Laufen zu nutzen.

Leider hat es sich nicht ergeben - wie auf Baltrum im letzten Sommer - , dass eine Strecke entlang des Strandes zu laufen war. Die Strände sind eher Buchten, welche die steinige und hügelige Küste unterbrechen.

On the road

Vom Cap Vermell, welches von Canyamel durch ein Gewässer getrennt ist, führt eine Straße raus aus Canyamel und kreuzt die Straße, welche auf der anderen Seite des Gewässers wieder nach Canyamel herausführt (siehe Karte). Die gesamte Schleife bringt etwa 9km auf die Uhr.

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Beim ersten Lauf habe ich mich selbst getestet und habe es bei ca. 35 min. belassen. Vom Cap Vermell geht es zunächst locker bergab bis die eigentliche Bebauung des Ortes aufhört.. Danach kommt man am Golfclub von Canyamel vorbei, der mit einer imposanten Oleanderhecke die Straße auf einer Länge von ca. 500m säumt. Danach übernimmt der südländische Charme die Strecke - meist verdörrte Wiesen und Felder, Obstbäume und einfache aus geschichtetem Stein errichtete hüfthohe Mauern. Alleine dieser Eindruck brachte mich zu der Entscheidung nicht in der Mittagssonne laufen zu wollen. Selbst am Morgen hatte ich immer eine Flasche Wasser dabei, die am Ende des Laufs in der Regel leer war. Wenn man am Anfang der Strecke bergab läuft, muss man zwangsläufig am Enden wieder hinauf. Auf knapp 900m hat man eine Höhendifferenz von 30m zu bewältigen. Im Grunde kein Problem, bei dem Klima: nett.

Beim zweiten Lauf erweiterte ich die Strecke auf 55 min. - auf der selben Straße hin und zurück. Der vierte Lauf - der dritte war ein Traillauf - führte dann über die große Schleife nach Canyamel und weiter zum Appartment mit 65 min. inkl. Fotopausen.

Insgesamt merkt man mit jedem Stück mehr, dass sich die Sonne erobert, dass das Laufen anspruchsvoller wird. Ich war jedes Mal froh, dass ich spätestens um 9:00 Uhr wieder zurück war. Die ambitionierten Läufer außen vor gelassen, habe ich die Gelegenheitsläufer nicht verstehen können, die bei maximaler Tagestemperatur um 14:00 Uhr auf der Straße unterwegs waren. Das halte ich nicht für gesundheitsfördernd - ganz ehrlich.

On the rocks

Und dann war da noch der Hügel hinterm Haus. Mit knapp 230m Höhendifferenz auf 2km Singletrail reizte der Hügel, auf dem ein kleiner Turm trohnte und der in das Cap Vermell mündet (siehe orangefarbenen Punkt auf dem Foto). Den Turm wollte ich sehr gerne "erlaufen", aber nicht ohne Vortour. Hierbei begleitete mich meine Familie und wurde für die Strapazen mit einem fantastischen Ausblick auf das Meer, Canyamel und die Canyamel-Ebene belohnt. Teilweise müssen auf schmalen Wegen Felsen überklettert werden oder die zahlreichen stacheligen bodennahen Pflanzen riefen schmerzerfüllte kurze Aufschreie hervor. Trotzdem war es für alle ein tolles, aber anspruchsvolles Erlebnis.

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Ich plante meine Lauf für den kommenden Tag und wollte wieder früh raus. Da ich wusste, was auf mich zukam, achtete ich peinlich darauf, nichts zu vergessen. Ich plante rund 60 min. für den Lauf inkl. Fotografieren ein und machte mich um 7:10 Uhr auf den Weg. Das Thermometer zeigte knappe 22°, also mehr als ideal für diesen Lauf. Zunächst ging es wieder bergab bis auf 15m über Meereshöhe. Ab hier ging es nur noch unerbittlich bergauf. Meine FR305 registrierte auf dem Gipfel 200m über Meereshöhe nach knapp 2,3km und etwa 27 min.

Man sollte die Strecke aber auf keinen Fall unterschätzen. Neben der Steigung, sind einige Passagen echt felsig und manchmal gerdae so breit, dass man den Fuß vernünftig aufsetzen kann. Auf der Meerseite geht es dann nicht selten 10m oder mehr steil bergab. Also besser erst mal eine Vortour machen, um die Strecke kennen zu lernen.

32e2a6b34392a009f77f882a9fe1e06f.jpgDas richtige Schuhwerk (Brooks PureConnect2) hat mich ganz sicher vor dem einen oder anderen Ausrutscher oder Umknicker bewahrt. Der Grip der Sohle hat auf den staubigen Felsen und dem losen Geröll sowohl bergauf als auch bergab perfekt funktioniert. Der Halt im Schuh war einfach klasse. Das Outfit wurde nach oben durch die CEP Compressionssocke (halfen sehr gut gegen die stacheligen Pflanzen), Brooks Shorts und Shirt, sowie dem Buff Headband vervollständigt. Das Headband zog ich der Cap vor, da die Sonne noch nicht so extrem werden würde und ich eher den Schweiß abhalten wollte bei maximaler Belüftung. Die 7armour Brille wehrte neben der Sonne auch einige Fliegen ab, deren Flugbahn ich unbeabsichtigt kreuzte. Die Garmin FR305 ist Pflicht. Das Smartphone hatte ich für alle Fälle im Armgurt dabei (Tipp der Redaktion für solche Läufe) und für den Fotoapperat hatte ich gerade noch eine Hand frei. Es sei noch erwähnt, dass ich beim Laufen auf der Straße die Merrell Vapor Glove2 einsetzte. Das Gefühl für den Untergrund ist absolut vergleichbar mit dem bei Zehenschuhen. Das luftige Obermaterial war ideal für das Laufen bei diesem Klima.

 

Und dann war es schon wieder vorbei

Bevor ich mich umsah, war der Urlaub auch schon wieder vorbei. An den zehn Tagen vor Ort haben wir in aller Entspannung einige Märkte besucht, haben an unterschiedlichen Stränden gebadet und geschnorchelt und trotzdem viel Ruhe gehabt. Dabei ist das Laufen gar nicht negativ im Tagesplan aufgefallen. Die Gegend um Canyamel bietet neben der mittellangen Strecken (bis 10km) auch noch locker Erweiterungspotential, wenn man den Straßen folgt, die aus dem Ort herausführen oder den Trails und Wanderwegen, die über die bewaldeten Hügel führen. Ob das allerdings bei diesem Klima immer Sinn macht, lasse ich mal so im Raum stehen. Da die Landschaft von Dürre bis Wald, und von Strand bis Hügel alles bietet, bin ich mir sicher, dass jeder hier auf seine Kosten kommt. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich kann allen Läufern, die kein Problem mit dem feuchtwarmen Klima haben, diese Region Mallorcas empfehlen.

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Habt ihr auch schon mal auf Mallorca ein paar Läufe gemacht? Es würde mich interessieren in welcher Ecke ihr wart und welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Fragen zum Bericht und den Inhalten beantworte ich gerne.

 

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