Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

(c) E.ONUnd da war er auch schon wieder vorbei, der 1. Paderborner Martinslauf / E.ON Lichtlauf. Auf einem 2km Rundkurs durch die Paderborner Innenstadt und den Park rund um die Paderquellen, hat sich der Veranstalter für die Laufenden etwas besonderes einfallen lassen. Was Sebastian @sebastianrennt und ich in Paderborn erlebt haben, erzähle ich dir in diesem Laufbericht. [M]

 

 

Vor dem Event

Ich möchte noch mal kurz darauf eingehen, dass E.ON ein großes Herz für solche regionalen und eher kleinen Veranstaltungen hat. Dieser Ansatz hat mir im Vorab-Telefonat mit Stefan von der E.ON Pressestelle auf Anhieb gefallen. Hierdurch können nicht nur zwei oder drei große Events im Jahr unterstützt werden, sondern insgesamt 40 Events über ganz Deutschland verteilt.

Viele der hier verwendeten Bilder, sowie das Video, wurden von der E.ON Pressestelle zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt. Die entsprechenden Bilder sind in den Bildinfos mit einem Hinweis versehen.

Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Startenden auf 800 begrenzt war. Die Plätze waren allerdings schon deutlich vor dem Event komplett vergeben. Man hat verschieden Blogger angeschrieben und Sebastian und ich meldeten uns recht zügig auf die Anfrage. Wir fanden nämlich, dass sich das nach einem interessanten Event anhörte. Mit dem „Speed Of Light Ruhr“ im Hinterkopf hatte ich recht große Erwartungen an den Lauf oder zumindest an die Leucht-Westen. Stefan erzählte mir nämlich von Lichtinstallationen und Westen, die im Dunkeln leuchten. Ich war spätestens jetzt begeistert.

Erst später wurde mir bewusst, dass Paderborn etwa 90 Minuten Fahrzeit bedeutete. Zu dem hatte ich 19:00 als Start für den Lauf im Kopf. Tatsächlich startete der Lauf um 20:00. Das bedeutete, dass wir erst ziemlich spät zuhause sein würden. Nicht optimal, aber akzeptabel.

Vor Ort

Das Wetter spielte uns einen kleinen Streich, da es die letzten Tage eher mild war und zum 11.11. hin immer kälter wurde. Dass der Lauf im Dunkeln stattfinden würde, machte es nicht besser.

Wir fanden direkt am Dom einen Parkplatz, womit wir Luftlinie nur ca. 120m vom Start-/Zielbereich entfernt waren. Zuerst machten wir uns auf den Weg die Startunterlagen abzuholen. E.ON hatte alles soweit organisiert inkl. der Leuchtwesten, die für die Hälfte der Laufenden verfügbar waren.

paderborn eigen 01

paderborn eigen 02

paderborn eigen 03

Im Start-/Zielbereich hatte der Veranstalter eine Bühne aufgebaut, auf der ein Moderator die noch fröstelnde Menge bei Laune hielt. E.ON und der heimische Sportverein hatten ein paar Stände aufgebaut, an denen man u.a. frisches Popcorn essen konnte. Für die Zuschauer gab es auch Glühwein und einige heiße Speisen. Insgesamt machte die Organisation schon mal einen sehr guten Eindruck. Die angekündigten Laufwesten konnten wir erst bekommen, nachdem wir unsere Startnummern abgeholt hatten. Also erst mal anstellen...

Am Stand mit den Westen bestätigte sich ein Verdacht, den ich schon vorab hatte. Ich wurde mit folgenden Sätzen von der freundlichen Damen an der Ausgabe begrüßt: „Ach, Sie sind unser Blogger!“ - ein Blick auf Sebastian - „Und Sie sind der Andere!“ DER Andere! Wir waren quasi VIP, da sich anscheinend kein Blogger sonst für das Event interessiert hat. Was für ein riesiger Fehler von den „anderen Bloggern“ das war, stellte sich kurze Zeit später raus.

Wir haben uns noch mit Stefan unterhalten, der extra aus München angereist war, um sich das Event anzusehen. Er schrieb uns vorher per Email, dass wir nach im fragen sollten, damit wir uns kurz unterhalten könnten. Ein tolles und entspanntes Gespräch. Ich hatte das Gefühl, wir wurden ernst genommen und sollten nicht nur das Event in den Sozialen Medien bewerben. Vielen Dank nochmal an Stefan, für die Einladung und den netten Kontakt.

paderborn eigen 06

Da es noch Zeit war, gingen wir erst nochmal zurück zum Auto, um uns in Ruhe die Laufklamotten anzuziehen. Der Wind und die 3° waren eine echte Herausforderung. Angefühlt hat sich das eher wie -3°. Aber auch das sollte sich schnell erledigt haben. Nach diesem ersten Eindruck vom Wetter konnten wir deutlich besser einschätzen, was wir anziehen sollten.

Ich hatte mich so darauf gefreut, speziell diesen Lauf mit der Xiaomi Yi (ActionCam) an der Stirn festzuhalten. Aber was hilft die ganze Freude, die Ersatzbatterie, der extra neugekaufte Stirngurt, wenn man die entscheidende Schraube vergisst. Größter Anzunehmender Fail! #GAF

Der Lauf

15 Minuten vor dem Rennbeginn gingen wir Richtung Start. Wir reihten uns aber nochmal schnell an den mobilen WCs ein. Das dauerte eine Weile, aber immerhin hatte man dazu Gelegenheit. Jetzt wurde es aber höchste Zeit in den Startbereich zu kommen. Das Rennen startete in drei Wellen, gestaffelt nach der angestrebten Zielzeit. Da wir so knapp vor dem Start ankamen, hüpften wir einfach über die Absperrung und fanden uns in der ersten Startwelle wieder. Nach weniger als einer Minute begann der Moderator schon mit dem Countdown … just in time!

paderborn eigen 07 paderborn eigen 04 (c) E.ON

Vom gut besuchten Marktplatz aus ging es direkt nach rechts in eine schmale Gasse (Grube) bis zur ersten Kurve in den Kamp. Es hatte etwas Gutes in der ersten Welle gestartet zu sein: es waren wenige Laufende in dieser Gruppe und ich konnte in Ruhe den Streckenverlauf registrieren. Kurz vor dem Rathausplatz kam die erste Treppe. Ziemlich flach und recht gut zu laufen. Und zum Glück bergab. Unser Tempo war genial und es fühlte sich okay an. Vorbei am Theater und Rathaus, über den Franz-Stock-Platz, wo dann die zweite Treppe wartete. Die Stufen waren hier recht kurz und man musste Tempo rausnehmen. Merken für die kommenden Runden!

paderborn eigen 10 (c) E.ON

Von hier an ging es noch eine abschüssige Gasse in Richtung des Paderquellgebietes. Dort hatte man entlang des einen Ufers Öllichter aufgestellt, welche eine tolle Atmosphäre schufen. Die Hälfte der Runde war erreicht. Am anderen Ufer waren LED Lichtinstallationen aufgebaut, welche diesen Streckenabschnitt in einem modernen Licht beleuchteten.

Es war immer noch alles okay, selbst bei dem hohen Tempo. Wir bewegten uns irgendwo bei 4:20/km - glaube ich.

Aber das alles war noch nichts gegen die Lichtinstallation im Grünstreifen zwischen Michaelstraße und Auf den Dielen. Diskokugeln und zahlreiche andere Lichteffekte ließen diesen Abschnitt leuchten, wie in einem psychodelischen Zeittunnel. Diese Installation war ein tolles Umfeld für eine Reihe von Fotografen, die das dankend annahmen. Man selbst musste allerdings gut aufpassen, niemanden zu übersehen.

(c) E.ON

Für die Stromversorgung dieser Installation sorgten aber nicht irgendwelche Generatoren, sondern das neueste Modell von Energiespeicher, das E.ON aktuell auf dem Markt hat: E.ON Aura (https://www.eon-solar.de/aura-produkte/#speicher). In diesem Bereich hatte E.ON auch ein kleines Infohaus mit dieser Speichertechnologie aufgebaut, um den Zuschauern die Möglichkeit zu bieten, sich darüber zu informieren.

(c) E.ON (c) E.ON

Jetzt ging es in einem scharfen Rechtsknick eine sehr schmale Gasse zum Eselspfad: etwa 10 Höhenmeter auf 150m verteilt. Aber auch das ließ ich mir noch gefallen. Oben ging allerdings der Puls ganz ordentlich und ich kam locker in den Bereich knapp über 170bpm … nicht schlecht. Damit war dann die erste Runde und die ersten 2km geschafft.

Ich merkte schon zu Beginn der zweiten Runde, dass unser Tempo etwas zu ambitioniert war. Aber Sebastian ließ nicht locker. Auf der einen Seite sagte er unermüdlich, dass wir die Strecke komplett zusammen laufen würden. Auf der anderen Seite merkte er immer wieder unser tolles Tempo an und wie wenig andere Laufende vor uns seien. Mal sehen, wie lange das noch klappte. Immerhin war uns nicht mehr kalt. Das hatte sich wie angekündigt spätestens nach dem ersten Anstieg erledigt.

Der Anstieg am Ende der zweiten Runde war schon etwas beschwerlicher.

In der dritten Runde trafen wir auf ein ganz anderes Problem: die später gestarteten langsameren Laufenden. Früher oder später fängt man an diese zu überrunden. Allerdings kostete das in dieser dritten Runde immer etwas Tempo, da man in den engen Abschnitten Tempo rausnehmen musste. Damit hatten allerdings auch die Top-Läufer zu kämpfen. Wegen der Treppen konnte kein Führungsfahrrad eingesetzt werden. So mussten sich die Führenden selbst Platz schaffen.

Der Gedanke an den fiesen Anstieg vermieste mir irgendwie den Blick für die Lichtinstallationen und ich fokussierte auf Atmung und Technik: der Kampfabschnitt des Rennens war eröffnet!

(c) T. Linnemann

Sebastian merkte, dass ich das anfängliche hohe Tempo nicht mehr halten konnte, ging aber nicht auf meine Angebote ein, sein eigenes Tempo durchzuziehen. Er hätte sicher Sub44 geschafft, stattdessen trieb er mich an und motivierte mich, an der Leistungsgrenze zu bleiben und jetzt nicht nachzulassen. Runde Drei endete hochpulsig … welch‘ Wunder.

Eine kurze Hochrechnung zeigte, dass Sub44 nicht mehr möglich war, aber die 45 Minuten behielten wir im Auge. Um nicht zu viel Tempo zu verlieren, nahm ich auf der ersten flacheren Treppe immer zwei Stufen. Ich konzentrierte mich darauf, bloß die Stufen nicht zu verfehlen. Es kam mir eher wie fliegen vor und kostete zum Glück nicht so viel Kraft, wie ich dachte. Klasse. Das war die einzige Stelle, an der ich etwas Vorsprung vor Sebastian herauslaufen konnte, um nach der Treppe etwas Tempo rauszunehmen, damit Sebastian aufschließen konnte. Perfect teamwork!

Rein psychologisch ist die Mitte des Rennens (in diesem Fall die dritte Runde) für mich immer sehr wichtig. Ich zähle ab hier die Distanz rückwärts und irgendwie brauche ich das, um ein Ende zu sehen. Allerdings hat der Lauf vor dem Ende noch zwei Anstiege gesetzt … verdammt.

In der vierten Runde konnten wir zwar schon lange nicht mehr die 4:20/km halten, aber im Schnitt lagen wir immer noch unter 5:00/km. Erstaunlich für mich. Allerdings kam mir hier die Kälte ganz klar entgegen. Wärme oder sogar Hitze stellt für mich bei schnellen Rennen ein deutlich größeres Problem dar. Ich fühlte mich während des ganzen Laufs nicht überhitzt.

Na also: Glocke für die letzte Runde (zumindest spielte sich das so in meinem Kopf ab)! Hatte die erste Passage schon die ganze Zeit einen leichten Anstieg? Ich glaube nicht! Frechheit! Aber danach ging es erst mal wieder flach oder sogar leicht bergab. Auf die Atmung achten, auf die Technik achten, Sebastian nicht aus den Augen verlieren … so kann man auch die letzten beiden Kilometer überstehen. An den Paderquellen in der letzten Runde kam nochmal etwas zusätzliche Motivation, als ich es nicht einsah, Sebastian hängen zu lassen. Schließlich hatte er mich auch nicht zurückgelassen. Der Psychotrick funktionierte.

(c) E.ON

Ich hasste jetzt schon den Gedanken an den Anstieg. Konnte den nicht jemand glattbügeln? Als wir endlich auf diesen letzten Abschnitt einbogen, galt mein ganzer Fokus dem Weiterlaufen. Bloß nicht stehenbleiben. Ich kenne mich da: ich wäre den Rest der Strecke einfach gegangen.

Es ging zwar nur mit einer unterirdischen Pace weiter, aber es ging weiter. Laufend. Sebastian feuerte mich an, wir könnten noch unter 45 Minuten bleiben und auf flacher Strecke wäre da auch sicher noch was drin gewesen. Aber hier? Keine Chance. Das Einzige, was mich zusätzlich motivierte, waren die vielen anderen Laufenden, die sich – in welcher Runde auch immer – hier bereits gehend fortbewegten.

paderborn eigen 11

Nur noch wenige Schritte … 3, 2, 1 … das große Publikum applaudierte uns schließlich über die Ziellinie! Danke dafür! Und vielen Dank an Sebastian, der mich perfekt über die Strecke gezogen hat!

Nach dem Lauf

Entschuldigt den Ausdruck, aber, meine Fresse, war ich fertig! Es war gar nicht die Kraft, sondern die Kondition, die am Ende im dunkelroten Bereich war. Aber es hat sich auch gelohnt: 45:06 auf diesem Kurs zählt mindestens doppelt hart erkämpft.

Statt einer Medaille gab es im Ziel einen Stutenkerl, besser gesagt ein Martinsgans-Gebäck. Wir suchten uns erstmal etwas zu trinken. Wir bekamen einen Trank gereicht, der sich später als Spezialnahrung in flüssiger Form herausstellte. Schmeckte nicht schlecht, war aber leider zu wenig, um die verlorene Flüssigkeit nachzufüllen. Aber auch dafür war bestens gesorgt.

paderborn eigen 12

Da es jetzt doch sehr kalt wurde, auch wegen der durchgeschwitzten Klamotten, gingen wir zügig zum Auto. Dort sprangen wir in trockene Sachen und machten uns auf den Rückweg. Stefan hatte uns noch angeboten an einer After-Race-Party teilzunehmen, aber wir zogen die Rückfahrt vor.

Fazit

Angefangen beim Kontakt mit der E.ON Presseabteilung in Person von Stefan im Vorfeld bis zur Verpflegung nach dem Rennen war das eine gelungene Veranstaltung. E.ON hat sich für die Premiere des Martinslauf/Lichtlauf den richtigen Partner eingeladen. Der SC Grün Weiß Paderborn richtet mit E.ON nämlich schon den Paderborner Osterlauf aus. Die Streckenführung war abwechslungsreich, die Streckposten ausreichend und die Verpflegung danach sehr gut.

Einzig von der Laufweste war ich ein wenig enttäuscht. Da hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Ich hatte schon die Vorstellung, dass hier etwas Selbstleuchtendes am Start wäre. War es ja im Prinzip auch. Das Material der Westen enthält ein phosphorisierendes Pulver. Das sorgt dafür, dass die Weste in diesem typischen Grün leuchtet, wenn man sie vorher eine Weile mit normalem oder UV-Licht beleuchtet. Das tut sie auch. Ich habe es zuhause getestet. Tat sie aber leider nicht mehr, als das Rennen begann. Schade, der Effekt wäre genial gewesen, wenn die 400 Laufenden mit den Westen durch die Stadt und den Park gelaufen wären. Die Lichtinstallationen waren aber auch so spektakulär genug.

 

Hinweis zur Transparenz: E.ON hat uns zu einer kostenlosen Teilnahme an diesem Lauf eingeladen, uns aber freigestellt, wie und was wir über den Lauf berichten. Ebenso hat die Überlassung der Leuchtweste keinen Einfluss auf meinen Bericht gehabt.

 

 

profil 20160400 600px Ich bin Matthias und Autor & Gründer von runHerne. Seit 2010 habe ich das regelmäßige Laufen für mich wiederentdeckt. Auf runHerne berichte ich über Events und Produkte rund um die Themen Laufen, Fitness und Crossfit. Meine Laufrunden befinden sich mitten im Ruhrgebiet. Bei meinen Produkttests halte ich mich an den Blogger Relations Kodex.
Wenn Dir meine Berichte gefallen, kannst Du gerne auch auf Facebook, Instagram, Twitter oder per Newsletter mit mir in Kontakt bleiben.
blogger kodex

Hier kannst Du den Beitrag ganz einfach teilen!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren