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Firmenlauf HerneSchon seit ein paar Jahren habe ich beim Firmenlauf Herne Bilder gemacht. Da die Strecke nicht mal 400m an meiner Haus vorbeiführt, konnte ich da immer mal eben rüberspringen und die Laufenden anfeuern und im Bild festhalten. Diese Jahr sollte alles anders werden. Kurz vor dem Event fragte man mich, ob ich gerne in einem Team mitlaufen würde. Was daraus wurde, lest ihr hier. [M]

Im Vorfeld

Bereits Mitte Juli kam von meinem Bekannten Christoph die Anfrage, ob ich in seinem Team mitlaufen wolle. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich dankend abgelehnt, da wir in dieser Zeit auch Vorbereitungen zur Renovierung unseres Hauses geplant hatten. Als er sich dann Anfang September nochmal an mich wandte, sagte ich zu, da an diesem Tag keine Arbeiten am Haus anstanden.

Ich hatte also knapp zwei Wochen Zeit, mich auf einen kurzen schnellen Lauf vorzubereiten. Dass das keine Sub20 würde, war mir klar. Ich hatte gerade erst wieder mit dem gezielten Training für die langen Events im Herbst begonnen. Und da kommt es nicht auf Tempo, sondern Ausdauer an. Ich wollte aber, wegen der Nähe zum Event, wenigstens ein paar Mal die Strecke gezielt ablaufen, um zu sehen, was man da taktisch machen kann.

Der Veranstalter sagt zwar immer: "...kurze Distanz und ein einfaches Streckenprofil (ohne schwere Steigungen) ermöglicht eine Teilnahme auch für viele begeisterte Freizeitsportler", aber ich denke, diese oder jene Welle im Profil wird der eine oder andere Laufende während des Laufs, aber spätestens am nächsten Tag merken. Der Sportpark Wanne hat hier nämlich einiges zu bieten.

Die Hitze im September machte mir ein wenig einen Strich durch die Rechnung, so dass ich eher selten am Tempolimit arbeiten konnte. Ich versuchte schon mein Training in den Abend zu verlegen oder in meiner Urlaubswoche eher am frühen Morgen zu laufen. Aber trotzdem klappte es eher schlecht als recht. Umso mehr freute es mich, dass die Temperaturen für den Event-Tag mit angenehmen 20° prognostiziert wurden.

Vor dem Lauf

Unser Team hatte sich für 18:00 an der Weitsprunganlage in der Mondpalast Arena (so heißt das Stadion im Sportpark Wanne offiziell!) verabredet. Das bedeutet für mich, dass ich um kurz vor sechs meinen Sohn zum Training bringe, den Wagen wieder zuhause abstelle und dann in den Sportpark trabe. Das war mit die eigenartigste Situation an diesem Event. Sonst fahre ich immer mit dem Auto ein mehr oder weniger lange Strecke und ziehe mich erst vor Ort zuende an. Aber hier bin ich fertig angezogen zum Start gelaufen. Crazy!

flh 2016 01

Gesagt getan! Bis hierher hatte schonmal alles gut geklappt. Christoph, Robin und Phil (der im letzten Jahr die Einzelwertung gewonnen hatte!) waren schon da. Dann folgte das Übliche: Startnummer anbringen, ein paar Bilder machen und langsam in den Startblock gehen. Hier dauerte es nur noch ein paar Minuten und in dieser Zeit konnte ich einige bekannte Gesichter erkennen. Ebenso konnte ich sehr viele Menschen sehen, die eher selten oder vielleicht bisher noch gar nicht an einem solchen Event teilgenommen haben. Das freut mich immer, so etwas zu sehen.

flh 2016 02

Die letzten Sekunden wurde runtergezählt und los ging's.

Der Lauf

Der Lauf startet im Stadion und endet auch wieder dort. Das bedeutet wieder das alte Problem für den Start: Laufende, die noch nie an einem solchen Event teilgenommen haben, sortieren sich aus Unwissenheit recht vorne ein. Das bedeutet frü erfahrene und meist schnellere Laufende, dass hier erstmal ein paar Leute dafür sorgen könnten, dass man nicht so gut am Start wegkommt. Selbst bei den knapp 510 Teilnehmern war ich recht froh, dass ich ziemlich weit vorne starten konnte.

Trotzdem schaffte es eine Dame, dass ich auf den ersten 50m komplett aus dem Tritt kam. Nach dem Start liegt die Tribüne mit dem Publikum, welches nur durch einen niedrigen Absperrzaun getrennt ist, auf der rechten Seite. An dieser Seite sah ich meine Chance, nach dem Start am Feld vorbei zu kommen. Diese Dame hat aber wohl im Publikum Bekannte erblickt und streckte zuerst den Linken arm in Richtung Tribüne, um dann kurz darauf selbst bis zum Zaun zu laufen. Alles halb so tragisch, aber ich lief voll gegen ihren Arm und versuchte sie nicht umzulaufen. Uum Glück lief alles glimpflich ab.

Dann ging es raus aus dem Stadion und auf die Strecke. Hier zog sich das Feld recht schnell aus einander, was bei solchen kurzen Läufen üblich ist. Die gnaz schnellen setzten sich schnell ab und die Langsamen liefen gemütlich hinterher. Ich tummelte mich irgendwo im vorderen Viertel, soweit ich das einschätzen konnte.

Um mich etwas freizulaufen gönnte ich mir auf dem ersten Kilometer, der leicht bergauf geht, eine Pace zwischen 4:05 und 4:15. Ich wusste ja, dass die Strecke am Heisterkamp flach bzw. sogar mit einem leichten Gefälle verlaufen würde - den Trainingsläufen sei Dank! Bis hierher funktionierte die Strategie recht gut. Die folgenden 500m liefen eher entspannt, aber ohne das Tempo wesentlich zu drosseln.

Es ist sehr eigenartig, wenn man durch seine Nachbarschaft einen Wettkampf läuft, wo man sonst maximal zu Trainingszwecken unterwegs ist. Selbstverständlich standen viele Anwohner vor den Häusern und schauten interessiert oder feuerten die Laufenden an. Da es eine lokale Veranstaltung ist, wurden auch oft von den Zuschauern Namen von Laufenden gerufen. So etwas liebe ich: relativ kleinen, aber familiären Events.

Jetzt kam der erste der beiden langen Anstiege. Von der Senke im Heisterkamp ging es rauf zur Hauptstraße und an dieser entlang in Richtung Wanne. Das zog sich ein wenig, aber das Mittelfeld hatte sich mittlerweile ein wenig auseinander gezogen, so dass ich meine Rythmus laufen konnte. Man merkt das aber schon, im Vergleich zu einer flachen Strecke. Hier kamen uns auch zum ersten Mal die Führenden Läufer entgegen. Ich sah meinen Teamkollegen Phil in der Gruppe der Schnellsten. Die waren sehr schnell unterwegs und hatten sich schon ziemlich abgesetzt. Phil war von Läufern des HTT11 umgeben, die ebenfalls für hohes Tempo bekannt waren. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Am Wendepunkt stellte ich mich wieder auf Tempo ein, da das folgende Teilstück wieder bergab verlief. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, war das Wetter am Tag des Laufs und an den Tagen davor trocken gewesen. So war ziemlich viel Staub in der Luft und es sah teilweise so aus, als wenn wir im Hochsommer laufen würden. Da hätte man schon fast einen VP auf der Strecke einrichten können. Macht bei 5km aber noch keinen Sinn.

Jetzt ging es noch einmal um den Kindergarten im Weustenbusch mit einer kurzen aber fiesen Steigung, auf der ich vermutlich das langsamste Tempo hatte - aus gutem Grund. Kurz vor der Steigung fragte mich ein Läufer, ob wir schon wieder ins Stadion zurück liefen. Irgendwie schon, aber dazwischen lagen noch die letzten beiden Kilometer. Das konnte er dann auch selbst sehen, da hier die Markierung für die 3km stand. Auf dem Schild war noch der Hinweis: "Die Hälfte habt ihr geschaft!" Nett.

Auch mir machte der kurze Anstieg etwas zu schaffen und ich musste das nächsten kurze Bergab-Teilstück nutzen, um wieder ins Tempo zu finden. Die ganzen Ecken und Spitzkehren erlauben leider nicht, ein konstantes Tempo zu laufen. Immer wieder muss man kurz vom Gas gehen und dann wieder beschleunigen. Außer man läuft konstant in einem entspannten Tempo. Was natürlich auch geht und für die Meisten sehr gut funktionierte.

Wer den Weg um die Minigolfanlage kennt, weiß, dass man hier eine kurze Rampe hoch muss. Sie war zum Glück so kurz, dass ich diese recht zügig hinter mich bringen konnte. Von hier aus ging es noch mal in einer Schleife durch den Sportpark. Der Weg bis zum Parkplatz vor der Sporthalle verlief kontinuierlich bergauf. Tatsächlich hatte ich am Ende dieser Steigung mein langsamstes Tempo drauf und die TomTom zeigte mir eine Pace von um 5:00/km.

Ich merkte das Tempo jetzt recht deutlich und war froh, dass Schild mit dem Hinweis auf den km 4 zu sehen. Da es sich am Ende der Steigung befand, fand ich den Hinweis: "Atmen nicht vergessen!" recht amüsant und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Warum auch?

So, jetzt noch mal fokussieren und die letzten Meter anständig zuende bringen. Nach einem kurzen Bergab, liefen wir die letzten Meter eher flach. Das war auch gut so. Da ich die Strecken im Park schon recht häufig zum Training genutzt habe, wusste ich genau, wie der Rest bis zu Ziel aussehen würde: unter vom Ascheweg, rechts abbiegen ins Stadion, durch das Tor auf die Tartanbahn und Endspurt!

Du kennst sicher das Gefühl: die letzten Meter vor dem Ziel! Manchmal war die Strecke nicht dein Freund, sondern dein Lehrer und manchmal lief es einfach zu gut, um wahr zu sein. Meine Erkenntnis aus diesem Lauf: auch 5km sollte man nicht unterschätzen. Also irgendwo zwischendrin. Es lief teilweise ziemlich gut, aber die Steigungen haben mich mindestens einmal ausgebremst.

Etwa 150m trennten mich jetzt noch vom Zielbogen. Auf der Tribüne herrschte eine ziemlich gute Stimmung. Auf den letzten Metern wollte sich zwar keine Euphorie für einen Endspurt breitmachen, aber ich hielt das tempo bis zum Überqueren der Ziellinie hoch. Noch 3, 2, 1, ... Tempo raus und entspannen!

flh 2016 09

Nach dem Lauf

Dem Gefühl nach waren noch gar nicht so viele Laufende im Stadion angekommen. Das sollte sich aber schnell ändern. Ich fühlte mich ziemlich gut und bewegte mich langsam auf den Wagen mit den Getränken zu. Hier gab es ausschließlich alkoholfreies Bier und alkoholfreie Bier-Mixgetränke. Ich schnappte mir ein kaltes Radler und ging langsam wieder zum Zielbereich. Nach kurzer Zeit traf Christoph ein und ich unterhielt mich kurz mit ihm. Auch er war sehr zufrieden mit seiner Zeit und wollte sich aber erst mal etwas zu trinken holen - verständlich! 

Auch wenn das hohe Tempo über diese relativ kurze Strecke echt anstrengend war, hat es Spaß gemacht. Die Strecke war sehr gut abgesperrt und die zahlreichen Ordner standen genau an der richtigen Stelle. Bei dem schönen Wetter standen viele mitgereiste und zufällige Zuschauer an der Strecke, was für zusätzliche Motivation sorgte.

 

Unterm Strich war ich mit meiner Zeit zufrieden. Ich bin mir recht sicher, dass es PB war. Da ich Phil recht früh aus den Augen verloren hatte, wusste ich natürlich nicht, was so in meinem Team gelaufen ist. Phil konnte den 4. Platz in der Gesamtwertung aller Einzelergebnisse erzielen, was wirklich genial war, auch wenn er seinen Titel vom letzten Jahr nicht verteidigen konnte. Glückwunsch dazu. Robin hat auch eine solide Zeit abgeliefert und kam nur kurze Zeit nach Christoph ins Ziel. Insgesamt haben wir mit unserem Team den vierten Platz belegt, womit wir mehr als zufrieden sind.

 

Für die Statistik: das Rennen dauerte für mich 22:36 über etwa 5,1km, am Fuß hatte ich die Puma Speed 500, welche für einen sehr dynamischen und angenehmen Lauf gesorgt haben, dazu gab es die Wrightsock Coolmesh Stride Quarter (Germany Edition) und als Calf Sleeves kamen CEPs zum Einsatz. Die Hose war eine CEP Tight und das Shirt war von New Balance. Die TomTom MultiSport HRM versorgte mich mit den notwendigen Infos. Die Brille von 720armor schütze meine Augen vor Sonne, Staub und Fliegen.

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